Hettys schwarz-blaues Café

Schwarze Romantik & Dunkles Leben

Anderssein

Anderssein

Es ist annähernd zwei Jahre her, als ich auf dem Blog eines guten Bekannten las, …er sei ganz anders. Zum damaligen Zeitpunkt habe ich mir bei diesem Satz nicht viel gedacht. Ich kannte ihn nicht sehr gut und las das Blog eigentlich nur aus Höflichkeit. Seither hat sich so einiges geändert. Ich möchte auf keinen Fall behaupten ich kenne ihn heute besser, ganz und gar nicht, doch ich behaupte, ich weiß etwas mehr. Das er anders war, das wusste ich immer, doch worin dieses anders sein bestand, dass musste ich mir mühsam alleine erarbeiten. Für einen Betroffenen wie mich, so möchte es es mal ausdrücken, ist es ein langer und beschwerlicher Weg. Ein Weg voller Irrungen, Verwirrungen, Missverständnissen und inneren Verletzungen, beiderseits.

Auch ich bin anders. In vieler Hinsicht weiche ich in meiner Einstellung zu den Menschen vom Mainstream ab. Meine Gefühle richten sich nicht auf gleichgeschlechtliche Partner, doch mich haben stets Menschen angezogen, die anders waren. Das hatte ganz sicher auch mit dem Dunklen Leben zu tun. Im Laufe meiner vielen Lebensjahre habe ich mich langsam von gewissen Dingen abgewandt, mich meiner eigenen Welt zugewandt. In dieses Leben lasse ich eigentlich niemanden mehr, doch immer wieder gibt es Ausnahmen. Es gibt durchaus Menschen, denen gewähre ich Einlass in mein Leben, ich erachte sie für wert, darin Platz zu finden. Meist sind es Menschen die ebenfalls auf die eine oder andere Art anders sind. Ich bin ganz sicher nicht asexuell, doch auch hier habe ich im Laufe der Jahre verschiedene andere Spielweisen kennen gelernt, die oft weit interessanter und für mich befriedigender sind.

Ich frage mich oft, warum reduzieren die Menschen heute alles nur auf einen einzigen Bereich? Ich sagte zu dem besagten Bekannten: Willkommen in meinem Leben. Er verstand den Satz wohl völlig verkehrt, und meinte anscheinend, ich wolle mehr von ihm als eine geistige Beziehung. Ich dachte mehr an eine Freundschaft ohne jegliche erotische Gedanken, platonisch. Ist es in der heutigen Zeit so ungewöhnlich, dass man Menschen interessant findet ohne jegliche sexuelle Ambitionen? Muss Frau jeden Mann wollen, der ihr mal über den Weg läuft? Ich bin ein innerlich völlig autarker Mensch. Schöne Worte, Komplimente, dumme manipulative Versprechen prallen an mir ab. Flirterei, Romeo-Shows oder Rosamunde Pilcher Singsang finde ich absolut ätzend. Ich möchte nicht sagen, ich hasse Männer, ganz bestimmt nicht, doch sie bedeuten mir nicht mehr als eine Blume auf der Wiese. Männer gehören zu unserem Leben wie jedes Stück Natur. Wenn jemand etwas von mir möchte, dann muss er es sagen. Ich pflücke mir keine Blume und zupf die Blätter ab. Ist es mir der Mensch wert meine Zeit mit ihm zu verbringen, ganz sicher nicht mein Leben, dann werde ich es tun.

Für mich zählt nur der Mensch an sich. Mich interessiert nur ob ich mit jemandem auf geistiger Ebene zusammen passe, wir gleiche Interessen teilen, und uns gegenseitig bereichern. Was jemand hat und nicht hat, das ist mir im weitesten Sinne egal. Wenn ich einen Menschen für wert erachte, dann möchte ich auch geben, Freude bereiten. Noch weniger interessiert mich das Intimleben anderer Menschen. Es ist mir schlichtweg unwichtig, wer mit wem und warum. Ein smarter armer Mann, ist mir wesentlich angenehmer als ein dummer Reicher. Ein Mensch muss Ecken und Kanten haben, Unzulänglichkeiten, kurzum, vom Leben verschliffen sein. Es gibt so viele angepasste Typen auf dieser Welt, ohne eigene Meinung, ohne Rückgrad. Ein provokanter Rebell fordert mich mehr. Um das was man will muss man kämpfen, immer. Wer nicht kämpfen kann im Leben, um sich, seine Anerkennung und seinen Platz, ist langweilig.

Ich bin keine Frau zum Kuscheln, noch nie in meinem Leben gewesen, eher ein Kuschelmonster mit einem zeitweise leichten Hang zur Romantik. Hart aber herzlich, und an gewissen Dingen in keiner Hinsicht interessiert. Mich interessiert nicht, ob ich jemandem auf das sanfte Gemüt trete, denn mich fragt auch niemand ob die Worte recht sind. Da heißt es eben: Hei Alte, Friedhofsgemüse und andere Liebenswürdigkeiten. Mein Gott, was kostet die Welt? Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Betrachten wir nun einmal, was mir das Leben geschenkt hat, und wie ich zu einem Mensch wurde, der anders ist.

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