Hettys schwarz-blaues Café

Schwarze Romantik & Dunkles Leben

Page: Blog – Kommentar auf “Allein”

Blogger: Wer steht nicht gerne im Mittelpunkt, wird gern bewundert? Es ist auch nur eine Form des Egoismus, nur das darunter andere zu „leiden“ haben. Bei mir muss niemand leiden, nur ich selbst. Alles, was ich tue, muss ich nur mir gegenüber und meinem Gewissen verantworten und das befreit. Das macht das Leben einfacher, glücklicher. Zwangloser. Ich muss vieles nicht tun, was ich nicht tun will. In einer Partnerschaft, einer Freundschaft ist es immer ein Geben und Nehmen – doch ich gebe nur mir selbst was. Und muss mir von niemanden etwas vorwerfen lassen.

Hetty: Ist das wirklich so? Müssen andere wirklich nicht leiden, wenn man wie ein Schwein durchs Leben geht? Sämtliche Werte missachtet? Nein, niemand muss alles nur sich selbst und seinem Gewissen gegenüber verantworten. Der Mensch lebt in einer großen Gemeinschaft, auch wenn man das für sich ignoriert. Niemand muss tun, was er nicht will. Jeder hat die freie Wahl, und die Qual der Entscheidung. Auch in einer Partnerschaft oder Freundschaft muss niemand tun, was er nicht will. Es ist nur wichtig, sich dem anderen mitzuteilen. Eine gute Freundschaft besteht immer darin, mehr Verständnis zu haben als andere. Ehrlichkeit ist die Basis jeder guten zwischenmenschlichen Beziehung. Du denkst, nur weil Du in Deiner Einsamkeit lebst, bist Du niemandem eine Erklärung schuldig?
Das ganze Leben mein lieber Blogger, ist ein Geben und Nehmen. Deine Firma gibt Dir Arbeit und Geld, Du gibst Deine Arbeitskraft. Dein Vermieter gibt Dir eine Wohnung, Du nimmst und gibst die Miete. Menschen geben Dir Freundlichkeit, Du nimmst sie und was gibst Du dafür? Nichts, weil Du meinst, Du bist Niemandem etwas schuldig? Du gibst nur Dir selbst meinst Du? Deshalb denkst Du, musst Du Dir von niemandem etwas vorwerfen lassen?

Du nimmst tagtäglich von anderen. Was ist mit Teamarbeit? Nimmst Du da auch nur? Niemand hat das Recht die simpelsten Werte mit Füßen treten. Es gibt so etwas wie Herzensbildung die wir von anderen einfordern, selber aber nicht zeigen müssen??? Auch Du erwartest höflich behandelt zu werden. Du glaubst, weil Du angeblich nichts forderst, musst Du Dich zb auch nicht bedanken? Es sind nicht die großen Gesten im Leben, es sind die Kleinigkeiten die zählen. Höflichkeit ist nichts anderes als Respekt, und dennoch keine Selbstverständlichkeit. Jeder hat eine moralische Pflicht seinen Mitmenschen gegenüber. Mit Deinem Denken tust Du allen weh, die ihre Zeit an Dich verschwenden. Ich habe oben einmal Deine eigenen Worte kopiert geschätzter Blogger. Was hat sich seither geändert?

Ist Dir schon einmal der Gedanke gekommen, dass durch diesen Tunnelblick die Menschen mit denen Du umgehst erst richtig zu leiden beginnen? Geben und nehmen, sicherlich. Einer gibt und einer sagt danke. Geschenke zbsp zwingen nicht zum Wiedergeben. Wenn ich jemandem etwas schenken will, etwas geben will, dann mache ich das. Ohne große Erwartungen und Hintergedanken, so bin ich erzogen. Was erwarte ich? Eigentlich nur eine freundliche Reaktion. 

Sagen wir es mit Ringelnatz

Schenke groß oder klein, aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten die Gaben wiegen,
sei dein Gewissen rein.
Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei, was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack und Humor,
so dass die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.
Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk, dass Dein Geschenk
Du selber bist.

Schenken ist leicht durch geben zu ersetzen. 🙂

Blogger: Ein Leben in Einsamkeit, auch wenn gewisse Aspekte eines menschlichen Miteinanders fehlen – es funktioniert. Ich bin weder ein Psychopath geworden, noch wahnsinnig. Nur nachdenklicher als früher und doch offener. Und auf jeden Fall zufriedener. Und das ist mir wichtiger, als unzufrieden sozial zu interagieren. Die Menschen sind mir suspekt geworden, ja das stimmt. Auch und gerade von meinem Standpunkt, den ich schon in frühester Jugend vertreten habe: Tiere sind die besseren Menschen. Es gab viele Tiere, um die ich geweint habe, und nur wenige Menschen.

Hetty: Ich, die auch zu den Menschen gehört, die das Alleinsein dem allgemeinen Mainstream vorziehen, sage ganz eindeutig, Einsamkeit ist keine erstrebenswerte Lebensform. Du hast es durchaus erkannt, es fehlen die Aspekte eines menschlichen Miteinanders. Einsamkeit macht einsam, das Menschliche verkümmert. Bist Du wirklich nachdenklicher geworden, weil Du mehr nachdenkst? Offener wofür? Für die Probleme der Menschen um Dich herum? Wir sind es doch, die sich vom Leben zurückziehen, nicht das Leben von uns. Wir betrachten alles als Einbruch in unsere ach so heile Welt, die alles andere als heil ist. Warum sollen Tiere die besseren Menschen sein? Ihnen fehlt alles menschliche. Sie verfügen zwar über ein gewisses Repertoire an sozialen Verhaltensweisen, Zusammengehörigkeitsgefühl, Gerechtigkeitssinn, Mitgefühl, Treue. Das macht sie jedoch noch nicht menschlich. Je nach Rasse haben sie auch Instinkte, die grausamer ausgeprägt sind als beim Menschen. Die meisten Machtkämpfe im Tierreich enden mit dem Tod des Unterlegenen. Macht sie das zu besseren Menschen?  Menschen sind auch Tiere.

Ganz tief in uns drin, wünschen wir uns geliebt zu werden. Eine Hand zu finden die uns berührt, eine Stimme die mit uns redet. Wir reden mit unseren Gedanken, machen uns die Welt zurecht, und merken gar nicht, wie wir uns verändern. Es wird für in Einsamkeit lebende Menschen immer schwerer, soziale Kontakte zu pflegen. 
Warum legen sich einsame Menschen ein Tier zu? Weil sie eben doch nicht einsam sein können. Das Tier ist der Ersatz für den Menschen, der dem Einsamen fehlt. Wir stehen auf einer leeren Bühne. Das Tier ist unser Publikum, mit dem wir interagieren. Wir reden mit ihm wie mit einem Menschen, wir verwöhnen es, weil auch wir unsere Liebe jemandem geben müssen.
Wir verlernen eine wichtige Sache, nämlich, dass es Menschen um uns herum gibt, denen auch wir etwas bedeuten. Die uns, trotz unserem grantigen Verhalten, gerne haben. Die bereit sind, uns so zu nehmen wie wir sind. Die bereit sind, uns die Freiheit einzuräumen, die wir beanspruchen. Denen wir schlicht wichtig sind. Wir wollen sie, und stoßen sie doch weg aus Angst, dass sie etwas von uns fordern könnten, nämlich unsere Einsamkeit zu teilen oder aufzugeben. Deine gesamte Argumentation verrät lieber Blogger, dass Du nichts weiter tust, als eine Begründung für Dich zu finden.

Bist Du wirklich zufriedener? 

 

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