Hettys blaues Café

Schwarzromantik und dunkles Leben

Der Spielmann

SpielmannSchon seit dem 8. Jahrhundert gibt es Spielleute. Den Spielmann gab es bereits bei den Römern, wo man ihn Ludarii nannte. Im Laufe des Mittelalters entwickelte sich eine Hierarchie unter den Spielleuten. Sie zählten zum fahrenden Volk, das geistlich und weltlich als ehrlos gehalten wurde. Spielleute hatten kein Recht zur Niederlassung, sie hatten überhaupt keine Rechte.

Ab dem 11. Jahrhundert entwickelte sich der Minnesang, er war überwiegend gesungene Lyrik. Die Minnesänger und Spielleute widmeten sich auch politischen Themen ihrer Zeit. Die Minnesänger wurden höher geachtet als die Spielmänner des fahrenden Volkes, da sie teilweise auch aus dem Adel der Zeit kamen. Es gab nicht nur Minnesänger, auch singende Frauen spielten auf. Zur Zeit des Aufstiegs des Minnesangs fanden bedeutende gesellschaftliche Umstrukturierungen statt, die sich auch auf den Minnesang auswirkten. Gerade im Mittelalter belegten adlige Männer und Frauen unterschiedliche Bildungsgrade. Die Frauen waren oft höher gebildet als die Männer. Es ist verbürgt, dass sogar Kaiser und Könige dieser Zeit Analphabeten waren. Man bezeichnete diese Gruppe der Spielleute auch als Troubadours. Sie hatten nicht selten feste Anstellungen an herrschaftlichen Höfen.

Die Spitze der Hierarchie bildeten die Freien, die keiner Unterordnung zu gehorchen hatten. Zu dieser Gruppe gehörte u.a. Walther von der Vogelweide, der Star des mittelalterlichen Minnesangs.

Die moderne Mittelalter-Szene ist eng mit den Mittelaltermärkten verknüpft, und stellt sich als die Gruppe der Ehr- und Rechtlosen dar. Insgesamt ist zu beobachten, dass in der Mittelalter-Szene, wie auch in der Gothik-Szene, stets der arme Bauer, das niedere Volk “verherrlicht” wird. Man findet ein starkes Solidaritätsgefühl mit diesen armen unterdrückten Menschen und verteufelt die höheren Stände. Es ist der Gothic Szene eigen, denn sie lehnt sich generell gegen den Mainstream und die Autoritäten auf.

Die mittelalterliche Musik ist stark in beiden Szenen verhaftet.

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