Hettys schwarz-blaues Café

Schwarze Romantik & Dunkles Leben

Page: Die Metsiederei – Wikingersaft

Michael de Leone um 1350:

Wer guten Met machen will, der erwärme sauberes Wasser, so das er noch die Hand hinein halten kann. Und nehme zwei Maß Wasser und ein Maß Honig. Das rühre man mit einem Stab. Und lass es eine Weile setzen. Und seihe es durch ein sauberes Tuch. Oder ein Haarsieb in ein sauberes Fass. Sodann siede man es gegen eine Ackerlänge hin und zurück. Und entferne den Schaum mit einer durchlöcherten Schale. Der Schaum bleibt in der Schale, aber nicht die Flüssigkeit. Danach gibt man den Met in ein sauberes Faß. Und decke es ab. Damit der Dampf nicht hinaus kann. Solange, bis man seine Hand hinein halten kann.

So nimm dann einen Messbecher. Und fülle ihn halb voll Hopfen und mit einer Handvoll Salbei.  Und siede das gleichzeitig mit dem Met gegen eine halbe Meile. Und gib es dann in den Met. Und nimm eine halbe Nussschale voll frischer Hefe und gib es hinein. Und misch es durch. Dass es vergären werde. So decke es zu. Dass der Dampf hinaus kann, einen Tag und eine Nacht. So filtere dann den Met durch ein sauberes Tuch oder durch ein Haarsieb. Und fülle ihn in ein sauberes Fass. Und lasse es drei Tage und drei Nächte gären und fülle es jeden Abend um. Danach lasse man es abermals in Ruhe. Und hüte es vor dem Eindringen von Hefepilzen. Und lass es acht Tage liegen. Dass die Hefe sich setzt. Und fülle es allabendlich um. Danach fülle es in ein geharztes Fass. Und lass es darin liegen acht Tage voll. Und trinke es dann innerhalb von sechs oder acht Wochen. So ist er am allerbesten.

Metherstellung heute

Met ist eines der ältesten alkoholhaltigen Getränke überhaupt. Viele Zutaten haben sich in der Qualität verändert, verbessert oder können heute viel besser verarbeitet werden. Eines hat sich jedoch nicht verändert, guter Met besteht aus gutem Honig. Für Menschen ohne Ansprüche ist auch der preiswerteste Honig gut genug. Was man dabei jedoch nicht vergessen darf, Importhonige, insbesondere die aus Asien oder den USA, sind zum überwiegenden Teil gepanscht, nachgezuckert oder enthalten einen zu hohen Wasseranteil. Wer also guten und haltbaren Met machen möchte, der sollte reinen Imkerhonig verwenden. Natürlich ist das eine Frage des Preises, doch Qualität hat immer ihren Preis.

Wer Met in den Verkehr bringen möchte, und sei es nur als Geschenk, der muss sich an die Weinverordnung halten. Hier grasieren die absonderlichsten Interpretationen. Grundsätzlich besteht Met aus Honig und Wasser im Verhältnis 1 Teil Met : 2 Teilen Wasser. Das war und ist so. Erlaubte Zusätze sind Citronensäure und Gewürze sowie das, was zur Weinherstellung notwendig ist. Met ist Wein. Für die anderen Dinge die da so dran getan werden gilt auch die Weinverordnung, sofern man sie richtig zu lesen versteht. 🙂 Es ist eine Frage der richtigen Deklaration. Mache ich einen Fruchtwein mit/aus Honig, oder einen Honigwein? Wikinger Met wäre Apfelwein mit Honig, Wikingerblut Kirschwein mit Honig.

Met herzustellen ist keine Sonntagsaktion, mach ich mal eben schnell. Met muss ausgären, reifen und bekommt seine wahre Qualität erst nach vielen Monaten bis Jahren. Wer nicht warten kann, sollte die Finger von der Metherstellung lassen.

Wie beim Backen, benötigt man zur Metherstellung eine Feinwaage, und muss sich an eine Tatsache halten, denn ein Grundstoff der Metherstellung ist Hefe. Hefe erwartet eine bestimmte Temperaturumgebung. Physikalische Gesetze bewirken den Rest.

Theorie der Praxis

In der Regel benötigt die Herstellung von 30 Liter Met vom Ansatz bis zum Abfüllen gute 10 bis 12 Wochen. Es kommt darauf an, wie zeitintensiv der Gärprozess abläuft, wie oft man nachsüssen will und muss. Es geht natürlich auch schneller, alles in ein Fass gekloppt und fertig ist das Gesöff. Guter Met, ordentlich vergoren und gefiltert,  ist nach dieser Zeit klar, und setzt in der Zukunft keine Hefe mehr ab. Trüber Met nach der Herstellung enthält noch zu viel Trub. Der Geschmack des Mets benötigt ebenfalls eine Reifezeit.

Das Grundverhältnis der Hauptbestandteile von Met ist 2:1. Man beginnt den Ansatz mit 60% der Honigmenge. Für den Ansatz kann man Back- oder Kochhonig verwenden. Hierbei handelt es sich um Honig, der nicht mehr in den Handel kommen darf als Qualitätsprodukt, jedoch in der Lebensmittelverarbeitung erlaubt ist. Dieser Honig hat einen “Unfall” erlitten. Für die Metsiederei eignet sich besser Honig, der warum auch immer, leicht säuerlich geworden ist. Er sollte noch nicht kristallisiert sein. Honig der zu kristallisieren beginnt ist in Vergärung. Dies verändert die Alkoholwerte des Met. Der leicht säuerliche Geschmack des Kochhonig hebt sich im Prozess der Metherstellung auf. Nachgesüsst sollte dann jedoch nur noch mit gutem Imkerhonig werden.

Ein Wort zu Discounterhonigen und Zucker. Die Weinverordnung erlaubt keinen Zucker am Met. Honig besteht zu 90% aus Zucker. Wer wissen möchte, wie gut der Discounthonig ist, der kläre ihn. Eine Probe Honig aus dem Discount 1:2 verdünnen und einkochen bis er zähflüssig ist. Das was übrig bleibt, ist der anrechenbare Teil. Also 10 kg Discounthonig sind noch lange nicht 10 kg Honig. Abgesehen davon, dass der Geschmack schon vor dem Kochen abhanden gekommen ist. Wie geht das nur???? Somit klären sich viele Fragen von selber. Warum setzt die Gärung so schwer ein und, und, und. Verwenden Sie Discounthonig, egal was auf der Verpackung steht, müssen Sie nachzuckern, denn es ist nur ein Verhältnis von 1 Teil Honig erlaubt. Mit minderwertigem Honig ist dieses Verhältnis schnell erreicht. Und ehrlich mal, 1 kg Honig aus dem Supermarkt kostet im ungünstigsten Fall um 6,00 bis 7,00 €, der Imkerhonig beim Imker des Vertrauens 10,00 €. Jedenfalls bei meinem. Verwertbare Honigmenge aus dem Discount dagegen halten, und die Entscheidung ist gefallen.

Ein edler Honigwein ist kein verdünnter Honig, sondern ein trockener Wein mit einer deutlich erkennbaren Honignote in Geruch und Geschmack.

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