Hettys blaues Café

Schwarzromantik und dunkles Leben

Dunkel wars, der Baum schien helle

Dunkel wars, der Baum schien helle, als in Blitzeschnelle der Boulettenteller halb leer gefressen war.  Was soll man auch machen, wenn alle Menschen weg sind, und man alleine bleiben muss? Da kam doch vorhin so ein wunderbarer Geruch aus der Küche. Es schnupperte nach Gebratenem, frischem Gebratenen. Wo ist das alles nur hin? Alfi entschloss sich zu einem Inspektionsgang durch die Wohnung. Erst einmal in der Küche gucken. Bloß gut, dass man mit Nase und Pfötchen auf den Küchenschrank kam. Tief durchgeatmet, nein, hier ist nichts.

Wie war das doch gleich? Frauchen hatte mich angesehen, mit ernster Stimme und erhobenem Zeigefinger gesprochen und ja…. auf die andere Türe gezeigt. Diese Stimme kannte Alfi, die benutzte Frauchen immer, wenn sie etwas verbieten wollte. Mhhh, naja. Doch heute musste ein besonderer Tag im Leben der Menschen sein. In der Ecke stand ein Baum der sehr nach Wald roch. An ihm brannten so komische Dinger, Kerzen sagten die Menschen wohl. Es waren auch bunte Kugeln daran und komische silberne Fäden. Immer wenn er dem Baum zu nahe gekommen war, hatte Frauchen gequietscht. Das mochte sie wohl nicht sehr. Hier roch es nach Wald und nicht nach Futter. Gehen wir mal dem Fingerzeig nach.

Geschlossene Türen, was für ein Quatsch, einmal hüpf, Pfötchen vor und auf den Hebel gehauen, schon ist offen. Schnüffel, schnüffel, ooh wunderbar, es schnuppert schon fein. Noch einmal hüpf und auf die Tür. Ja, das ist der richtige Weg. Alfi sah sich neugierig um. Wo kam der leckere Geruch her? Da, auf dem Bett, was war denn da?? Sie sprang auf das Bett und fand die leckere Quelle. Komisch diese Menschen, alles müssen sie verpacken. Alfi zottelte solange an der Umhüllung herum, bis sie mit dem Pfötchen darunter kam. Wunderbarer Leckerbissen !!!

Ui, meine Menschen kommen zurück. Schnell noch ein Fleischbällchen genascht und ab unter den Tisch, wichtig, unschuldig aussehen. Alfi räumte sich also unter den Tisch und tat, als schliefe sie.

“So Moritz, holst du bitte noch die Bouletten aus dem Schlafzimmer? Diesmal habe ich sie aber gut verpackt!”

“Haha” tönte es, “Bildest Du Dir ein. Aber diesmal hat uns Alfi doch noch was übrig gelassen.” Moritz kam mit dem halbleeren Boulettenteller ins Wohnzimmer.

Entdeckt, mal ganz schnell unter die Couch und gaaaanz unschuldig gucken. Ohren auf Durchzug.

“Alfi!!!” immer noch Durchzug.

“Alfi!” Oh, dieser kurze, scharfe Ton ist unangenehm. Man kann ja mal vorrobben, so als Zeichen guten Willens.

“Weiter, hier her!” Der Finger zeigt bedrohlich konkret auf die Fußspitzen. Au fein, der leckere Teller. Bekomme ich jetzt den Rest? Nein, wohl eher nicht, das Gesicht von Frauchen ist sehr böse. Also, Schmusegang einschalten, Pfötchen versöhnlich vorgestreckt.

“Ach Omili, lass doch. Heute ist Weihnachten, da hat Alfi eben ihr Geschenk schon aufgefressen.” Ich liebe diesen kleinen Naseweis. Er knuddelte Frauchen und ich bekam Streicheleinheiten. Was für ein schöner Tag. Wie sagen die Menschen? Heiliger Abend? Ja, das war er.

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