Schwarze Romantik

Hettys dunkles Blog

Ehrlichkeit und Vertrauen

Es gibt so Menschen in dieser Welt, die verstehe ich nicht. Liegt es an mir oder an dem Menschen? Und, es gibt Themen in unserem deutschen Land, über die spricht man nicht. Eines dieser Themen ist Geld, ein anderes der Tod. Warum das so ist, weiß kein Mensch.

Der Tod, der ist des Lebens Schluss, der Junge kann, der Alte muss. Der Tod, das Sterben ist Dissimilation, Vergehen. Im Kreislauf der Natur ein ganz normaler, notwendiger Prozess. Wer schon einmal im Prozess des Sterbens war, weiß, dass da nichts beängstigendes dran ist. Vor einigen Jahren habe ich den Prozess des Sterbens erlebt. Wie das so ist im Leben, Ärzte sind zu respektierende Menschen, sie haben eine hohe Verantwortung für Leben oder Tod. Aber hingehen muss man ja deshalb nicht. Diese Ansicht hat etwas vom russischen Roulette, und an diesem Tag habe ich Roulette gespielt. Über einen Monat habe ich es störrisch vermieden, mich einer OP zu unterziehen. Ich doch nicht, für so etwas habe ich keine Zeit. Selbstverständlich ging es mir immer schlechter und der Drogenkonsum stieg. Aber nein, Schmerzen habe ich keine. Scherzkeks der ich war, wie sollte ich sie denn merken mit all den Opiaten im kreisigen Lauf.

Meine beherzte Ärztin wagte es dann aber doch, mich unter Protest in einen Krankenwagen zu verfrachten und mit Blaulicht und viel Krach ins Krankenhaus zu schaffen. Lebensgefahr, Darmdurchbruch, Not OP. Zu dieser kam es jedoch zunächst mal nicht, denn der Sensenmann forderte ein Menschenopfer, er meinte, ich sei noch jung und knackig. Her damit! Es kämpften Himmel und Hölle miteinander, der Himmel gewann. Dank den himmlischen Schwestern wurde ich bis zum frühen Morgen belebt und belebt.

Ich war ehrlich sauer, denn immer wenn ich sanft hinwegschlummerte sah ich eine schöne bunte Blumenwiese, hellen Sonnenschein und eine wunderschöne weiße Frau mit Engelsflügeln, die auf mich zuschwebte. Mir wurde warm und leicht. Vielleicht ist das der Grund, warum es Menschen gibt, die mit einem Lächeln auf den Lippen sterben. Damit hat der Tod für mich alles Beängstigende verloren. Ich liebe seither Engel, Friedhöfe und Gruften. Sie sind ein Hort der Ruhe, dort fühle ich mich zu Hause.

Der schnöde Mammon

Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird an dem einen hängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Erklärt Luther in seiner Bibelübersetzung. Wer Gott in dem Fall ist, bestimmt das Leben eines jeden Menschen.

– Mt 6,24 Lut

Es gibt verschiedene Denkweisen hinsichtlich dem sprechen über Geld. Arbeitgeber wollen es nicht, um Neid und Mobbing zu verhindern. Hat bisher noch selten funktioniert. Ungleiche Einkommen sind immer Thema im gefliesten Zimmer der Firma. Im privaten Bereich vermeidet man es, um keine Begehrlichkeiten zu wecken oder Menschen nicht zu beschämen. Da ich seit vielen Jahren selbständig bin, kenne ich die Verkommenheit des Geldes. Es kommt, geht und kehrt nicht zurück. Schon vor zig Jahren habe ich mir abgewöhnt Geld in der Tasche zu haben. Was man nicht bei sich hat, kann man auch nicht verborgen oder verschenken, was man in den meisten Fällen hinsichtlich seiner Freundschaften oder Bekanntschaften, mehr oder weniger freiwillig, doch tut. Wenn ich mich aufraffe Spendierhosen anzuziehen, dann tue ich das im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte, weil ich das so will.

Ich habe einen mir sehr lieb gewordenen Bekannten. Er hat mir bisher mehr als einmal erzählt, dass bei ihm am Ende vom Geld immer noch viel Monat übrig ist. Einmal wäre genug gewesen, ich hatte es verstanden. Da es keine enge Freundschaft ist, habe ich das unter Vertrauen abgebucht. Es hat mich schon verwundert, denn der nette Mann ist eigentlich sehr verschlossen. Für mich entstand daraus die Vermutung, es belastet ihn, und ist in mancher Hinsicht zum Handicap geworden.

Einen Part den ich von Menschen in meinem Leben erwarte ist Ehrlichkeit. Es gibt Zeiten, und hat Zeiten gegeben, da war ich so nett zu meinem Sparstrumpf, doch er hatte keine Lust auf näheren Kontakt. Wer schon so lange selbständig ist wie ich, der weiß wie ich das meine. Viele Selbständige kennen die Tiefen des Lebens, jede Medaille hat zwei Seiten. Wir wissen meist auch, wie man sie dreht.

Ehrlichkeit ist aber auch, dass jemand der über das Thema redet, auch sagen kann, »jetzt gerade schlechte Zeit und schlechter Monat«. Alle Menschen in meinem Umfeld habe ich dazu erzogen, das so zu tun. Niemand muss sagen, habe kein Geld, niemals frage ich, gehen wir essen, hast du Geld. Das betrachte ich als beschämend, erniedrigend. Ich rede nie über Geld, man muss sich ja nicht den Tag verderben.

Wie ich erfuhr, lehnt er Dinge ab, weil eben halt das Budget ausgeschöpft ist. Er möchte sich nicht in Abhängigkeit begeben. Gut und schön. Ich möchte aber auch nicht egal ein schlechtes Gewissen haben, weil ich mal jemanden einlade. Ich bin ein sozialer, aber kein großzügiger Mensch, und Männer lade ich eigentlich generell nicht ein. Außer Geschäftspartner, wenn muss. Ich weiß, dass dieser Bekannte ein Problem hat mit meinen Karten, doch es ist doch nur der normale Wahnsinn, Ausweis, Führerschein, Rabattkarten usw. Und, wer Fragen hat, soll sie stellen, er fragt ja bei anderen Sachen auch. Wenn ich jemandem zu meinem Geburtstag einlade, dann ist das wertfrei. Dann muss niemand anders bezahlen wollen, und es ist auch niemand in meiner Schuld. Na ja, der Satz, es war ein schöner Tag, wäre nicht unpassend, danke muss niemand sagen. Es ist einfach nur, dass man keinen unangenehmen Beigeschmack bekommt. Was ich mache, mache ich, weil ich es so will.

Eine Freundin äußerte die Vermutung, er lehne alles ab, weil er mir nichts bieten könne. In welchem Jahrhundert leben wir bitte? Wenn ich jemanden einlade, egal ob zum essen oder mit mir seine Zeit zu verbringen, ist es dann nicht geboten genug, wenn er ja sagt? Niemand muss mehr geben als er hat. Und wer nichts hat, der kann noch immer das höchste Gut geben, dass er hat, nämlich seine Zeit, seine Gegenwart, sein Lächeln. Die Nähe eines Menschen den man gerne um sich hat, zusammen Spaß haben, ist mehr wert als der schnöde Mammon, jedenfalls für mich. Und wenn es passt, dann freue ich mich auf eine Currywurst. So vieles im Leben ist einfach nur aufgeschoben. Meine Mutter lehrte mich, es ist wichtig dass, nicht was.

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