Hettys blaues Café

Schwarzromantik und dunkles Leben

Epoche der Romantik

Die Epoche der Romantik in der Literatur, Musik und Malerei entsprach dem Lebensgefühl der Menschen am Ende des 18. Jahrhunderts. Der Begriff Romantik stammt vom altfranzösischen romanzromant oder roman ab, welche alle Schriften bezeichneten, die in der Volkssprache verfasst wurden. Romantisch bedeutet etwas Sinnliches, Abenteuerliches, Wunderbares, Phantastisches, Schauriges, weg von der Zivilisation und hin zur Natur. Sie zeichnete sich durch ihr Denken und ihre Poesie aus, wie Kritik an der Vernunft, Erleben des Unbewussten.

Epoche der Romantik

Als die Epoche der Romantik gelten die Jahre 1795 - 1848 für den Bereich der Literatur. Der Begriff Romantik basiert auf Roman-ik, dem Roman, der sich zur Romantik veränderte. Bis auf wenige Ausnahmen schuf die Romantik Trivialliteratur. Schaurig schöne Romane mit Schauereffekt. Es fand eine Hinwendung zur Sagen- und Mythenwelt des Mittelalters statt. Novalis vertrat den Standpunkt, nur der Geist produziert das Schöne. Die Romantiker flüchteten wegen ihrer eher individualistischen Grundeinstellung in Melancholie, phantastische, unwirkliche oder bürgerliche Welten, um sich aus dem gesellschaftlichen Leben weitgehend zurückzuziehen oder sich einer kleinstädtischen Idylle zuzuwenden.

Die Grundlagen der Romantik waren eine Gegenposition zur Rationalität der Aufklärung zu finden. Man suchte wieder die Gefühlsbetontheit und Empfindsamkeit. Eine wichtige Bedeutung bekam die Romantik in Bezug auf die Hinwendung zur mittelalterlichen Lebensweise und Kultur, sowie zur Volkspoesie. Die Philosophie der Romantik war geprägt von einer subjektiven Weltanschauung. Es stand ein von Sittlichkeit befreites und schöpferisches Ich im Mittelpunkt.

Die Romantik wurde in der Phase des Übergangs von der feudalen zur bürgerlichen Gesellschaft populär und verstärkte die Entwicklung eines neuen Selbstbewusstseins des Bürgertums. 1806 kam es zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und zur Gründung des Rheinbundes. 1807-1814 wurden in Preußen neue Reformen eingeleitet. Bauernbefreiung, Gewerbefreiheit, Städteordnung, Heeresreform, Bildungsreform, Judenemanzipation. Napoleon zog 1812 gegen Russland in den Krieg. Zwischen 1813-1815 fanden die Befreiungskriege statt, wie die Völkerschlacht bei Leipzig. Am 18.06.1815 unterlag Napoleon in der Schlacht bei Waterloo, und es wurde der Wiener Kongress eingeleitet, auf dem die Neuordnung Europas geregelt wurde.

Der eigentliche Beginn der Romantik wird mit der Vereinigung der Brüder Schlegel, Novalis, Humboldts und Schellings in Jena gesehen. Kurz vor 1800 war Jena der Anziehungspunkt der geistigen Elite in Deutschland. Im Umfeld Schillers und Fichtes versammelten sich dort die wichtigsten Programmatiker der neuen geistigen Strömung. Auch Caroline Schlegel und Sophie Mereau haben maßgeblich zum geistig-intellektuellen Klima beigetragen.

Heidelberg wurde das Zentrum der Hochromantik mit dem Dichterkreis um Joseph von Eichendorff, den ArnimsBrentano. Nebenzentren waren München und Berlin, wo Schelling und Schleiermacher tätig waren. Die besondere Leistung der Hochromantiker war die Förderung der Volkspoesie wie Des Knaben Wunderhorn oder Kinder- und Hausmärchen und Deutsche Sagen der Gebrüder Grimm.

In Berlin tummelten sich die Spätromantiker im Salon der Rahel Levin-Varnhagen. Im Mittelpunkt dieses Dichterkreises standen Ludwig Tieck, Ernst Theodor Amadeus Hoffmann, Adam von Müller, Bettina von Arnim und Friedrich de la Motte Fouqué. Im Salon fanden zahlreiche Begegnungen, Diskussionen und Debatten statt. Nebenzentren waren Wien (Eichendorff, August Wilhelm Schlegel), Schwaben (Uhland, Mörike) und München (Schelling, Görres).

Der romantische Roman und das romantische Drama verloren immer mehr an Bedeutung. Es kam zu einer zunehmenden Vermischung mit Gedichten, Liedern. Während die romantische Erzählprosa an Bedeutung verlor, wuchs das Interesse am Schauerroman. Epische Kurzformen, wie Erzählung, Novelle, Kunstmärchen und Märchen, wurden sehr beliebt. Die Novelle eignete sich mit ihrem unmittelbaren Einsetzen der Handlung und ihrem offenen Ausgang besonders gut für die romantischen Dichter. Es stieg das Interesse für Volksdichtungen wie Volkslieder, Sagen, Märchen, welches bereits am Ende des 18. Jahrhunderts durch Herder ausgelöst wurde. Die Rückbesinnung auf das Mittelalter spielte für die Romantiker eine wichtige Rolle. Die Volksdichtungen wurden teilweise umgedichtet, und in Sammlungen veröffentlicht.

Die blaue Blume symbolisierte die Sehnsucht und das Streben nach dem Unendlichen sowie das Verschmelzen der Sinneswahrnehmungen und Erkenntnisebenen. Neben der Liebe und Sehnsucht, kommen Fernweh, Müßiggang und Nachtschauer zum Tragen. Unheimliches und die Flucht in eine Fantasiewelt. Doch auch eine deutliche Gesellschaftskritik wurde lesbar wie bei Heinrich Heine.

Das neue Naturgefühl führte zur Schöpfung des Landschaftsgartens, der von der Insel aus durch Europa zog. Eine sentimentale Modeströmung mit ihrer Vorliebe für das Mittelalter, für Ruinen, Urnen, Grabmale und Höhlen löste die Neogothic aus. Die Romantische Bewegung vollzog sich seit den neunziger Jahren des 18. Jahrhunderts in mehreren Wellen. Je nach den geistigen und gesellschaftlichen Gegebenheiten ging sie höchst verschiedene Wege und konnte sich sowohl mit der Revolution wie mit der Restauration verbinden.

In den lyrischen Erzählungen, Gedichten oder den sogenannten Kunstmärchen setzten die Dichter der Zeit auf große Gefühle, auf phantastische Szenerien und auf naturverbundene Schilderungen. Der Begriff der Heimat, eine Sehnsucht nach fernen Ländern und den Kulturen des Orients stand im Mittelpunkt der geschaffenen Werke. Das Gefühls- und Seelenleben der Figuren wurde in den Vordergrund der Geschichten gerückt.

Der Hang zum Unwirklichen und zum Magischen, die Rückbesinnung auf die Vergangenheit, das Wiedererstarken des katholischen Glaubens und der katholischen Kirche, die Überbetonung von Geist und Seele waren eine Flucht aus der Wirklichkeit. "Die Welt muss romantisiert werden. So findet man den ursprünglichen Sinn wieder", lautet ein Ausspruch des Dichters Novalis.

Dieser Hang zum Phantastischen und Irrealen steigerte sich in den einzelnen Phasen der romantischen Literatur. Auf ihrem Höhepunkt wurden das Skurrile, Groteske und Dämonische die Stilmittel. Auch die Schauer- und Kriminalromane nach Art des amerikanischen Schriftstellers Edgar Allen Poe erfreuten sich größter Beliebtheit.

  1. August Wilhelm Schlegel 1767–1845
  2. Novalis 1772–1801
  3. Friedrich Schlegel 1772–1829
  4. Ludwig Tieck 1773–1853
  5. Wilhelm Heinrich Wackenroder 1773–1798
  6. E. T. A. Hoffmann 1776–1822
  7. Friedrich de la Motte-Fouqué 1777–1843
  8. Clemens Brentano 1778–1842
  9. Karoline von Günderrode 1780–1806
  10. Achim von Arnim 1781–1831
  11. Adelbert von Chamisso 1781–1838
  12. Bettina von Arnim 1785–1859
  13. Ludwig Uhland 1787–1862
  14. Joseph von Eichendorff 1788–1857
  15. Friedrich Rückert 1788–1866
  16. Wilhelm Hauff 1802–1827

 

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