Schwarze Romantik

Hettys dunkles Blog

Gegengeschlechtliche wahre Freundschaft

Bis in unsere Tage hält sich die Behauptung, wahre Freundschaft ohne sexuelle Motive wäre zwischen Mann und Frau nicht möglich. Das ist einerseits richtig wie auch nicht. Bei dieser These wird vergessen, dass erst einmal eine sexuelle, erotische Anziehungskraft zwischen beiden Geschlechtern bestehen muss, um dass das zutrifft. Nicht jeder Mann findet jede Frau anziehend und umgedreht, was Freundschaft jedoch nicht ausschließt.

Den Unterschied vom Begriff der Freundschaft aus Sicht der Männer wie auch aus Sicht der Frauen haben wir erläutert. Freundschaft entsteht zuerst im Geist, bevor sie weiter auf mögliche Gemeinsamkeiten hin geprüft wird.

Männer meinen, da sie Verhaltens-orientiert geprägt sind, sie befänden sich permanent in einer Liebhaber Rolle. Frauen die ihnen Interesse entgegenbringen, sie für eine Freundschaft wert befinden, seien verliebt oder begehren sie. Ein grundlegender Irrtum. Da Frauen eine sehr deutliche Vorstellung von der Qualität einer Freundschaft haben, wissen sie auch sehr genau, was sie von einer gegengeschlechtlichen Freundschaft erwarten.

Freundschaft entsteht im Geist

Frauen reden gern, Männer unternehmen gern. Ob gegengeschlechtliche Freundschaften wirklich funktionieren können, wird von der gemeinsamen Basis bestimmt. Zu einem nicht geringen Teil entwickeln sich derartige Freundschaften unter Kollegen. In Forscherteams entstehen vielfach auch persönliche Freundschaften. Hier kommt die Frau als Freundin zum Tragen. Geistreiche Gespräche, gemeinsame Diskussionen und gemeinsam laut denken. Solchen Freundschaften zuwider läuft das Wesen des Mannes. Er kann nicht über seinen Schatten springen, sieht in seiner Wissenschaftsfreundin einen Konkurrenten, den er bekämpfen muss. Aus der Geschichte sind Forscher-Freundschaften bekannt, die genau aus diesem Grund kaputtgegangen sind, vor Gericht endeten und auch vor Mord nicht halt machten.

Gegengeschlechtliche Freundschaften bleiben ohne erotische Belastung, wenn sie sich auf rein sachlicher Basis entwickeln können. Hier müssen sich die Partner von Anfang an positionieren. Frauen die im Arbeitsprozess stehen, sehen den Mann nicht mehr als Versorger. Zu den Menschen im vorigen Jahrhundert ein wichtiger Unterschied. Gegengeschlechtliche Freundschaften wurden damals stets als Liebesbeziehung betrachtet. In unserer Zeit gibt es jedoch ein anderes Problem. Viele Männer kommen mit der Tatsache nicht klar, dass Frauen auch über ihnen stehen können. Geistig, moralisch, ethisch. Sie fühlen sich klein und minderwertig. Der Prozentsatz der Männer, die eine ihnen überlegene Frau akzeptieren können ist nicht so groß.

Friedrich Rückert [1788-1866] sagte einmal:

Gesell’ dich einem Bessern zu,
dass mit ihm deine besser’n Kräfte ringen.
Wer selbst nicht weiter ist als du,
der kann dich auch nicht weiterbringen.

Bei Männern scheint das in Bezug auf Frauen als Freundin im Geist nicht so anzukommen. Wie bereits gesagt, entscheiden Frauen über Freundschaft anders als Männer. Die Vorstellung der Möglichkeit, dass Männer und Frauen eine nicht-sexuelle Beziehung führen könnten ist auch  in unserer sozialen Realität nur sehr begrenzt vorhanden.

Mann und Frau und doch kein Paar

Seit dem 20. Jahrhundert ist die gegengeschlechtliche Freundschaft mehr oder weniger akzeptiert. In erster Linie jedoch bei jungen, unverheirateten Menschen. Bei verheiratete Paaren gilt das als Tabu. Die sozialen Normen von Freundschaft besagen, dass die Ehe alle freundschaftlichen Beziehungen zum anderen Geschlecht ausschließt. Wenn eine verheiratete Frau einen männlichen Freund hat, wäre das ein Hinweis darauf, dass sie in ihrer Ehe nicht alles bekommt, was sie braucht. Hat ein Mann eine Frau zur Freundin, redete man ihm ein Verhältnis nach. Bei Freundinnen ist das nicht der Fall, da hat die Sexualität in der Regel keine Relevanz. Die sexuelle Anziehungskraft spielt tatsächlich keine unwichtige Rolle, denn immerhin handelt es sich um Männer und Frauen.

Es besteht immer noch das Vorurteil, dass Männer und Frauen zwar Liebhaber sein können, aber keine Freunde. Männer würden immer versuchen die Freundschaft für sexuelle Zwecke auszunutzen. Gegengeschlechtliche Freundschaft ohne Sex ist umstritten. Eine sexuelle Anziehungskraft sei immer vorhanden. Die Sexualität wird als unkontrollierbar betrachtet und die Partner einer gegengeschlechtlichen Freundschaft würden früher oder später immer vor dem Problem der Sexualität stehen. Diese Einstellung ist mehr bei Männern vorhanden, wegen ihres traditionellen Glaubens über Frauen. Schon in der Geschichte gab es Beispiele für Freundschaften zwischen Mann und Frau, die nie zu einer Liebesbeziehung wurden.

Eine nicht unwesentliche Rolle spielt bei gegengeschlechtlichen Freundschaften Alter und sexuelle Neigung. Heute ist es gesellschaftlich akzeptiert, dass es Paare gibt, wo die Frau älter ist als der Mann. Doch nicht jede Frau strebt danach. Nicht jede Single-Frau sieht in einem jüngeren Mann einen potenziellen Liebhaber. Männer hingegen scheinen hier weniger wählerisch zu sein.

Im Laufe meines Lebens habe ich mehrere Freundschaften gepflegt zum anderen Geschlecht. Einige waren tatsächlich durch sexuelle Anziehung geprägt. Es gab aber auch Freundschaften, wo das Thema zu keiner Zeit relevant war. Verlieben geht sehr schnell, doch ob es Liebe wird, ist von vielen Faktoren abhängig. Auch wenn man zeitweise verliebt ist, muss sich dennoch keine sexuelle Anziehungskraft einstellen.  Mit der nötigen Toleranz aller Beteiligten ist es auch absolut möglich, dass Verheiratete oder in einer Partnerschaft lebende einen gegengeschlechtlichen Freund haben.

Views All Time
Views All Time
240
Views Today
Views Today
2

Leave a Reply

 

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen