Hettys blaues Café

Schwarzromantik und dunkles Leben

Page: Glossary Leone Buch

Ein Glossary aus dem Leone Buch “Von guter Speise” scheint angebracht. Wer kennt sie noch, die alten Ausdrucksweisen des Mittelalters? Das Buch von guter Speise stammt aus dem Raum Mittelfranken, eventuell Würzberg.

  • Galgant |  Alpinia officinarum. Gehört zur Familie der Ingwergewächse [Zingiberaceae]. Vorzügliches Gewürz um herzhafte Gerichte zu verfeinern. Dafür benutzt man frischen geriebenen Galgant oder Galgantpulver.
  • Negelin | Gewürznelke [Syzygium aromaticum]
  • Blamenser | Weißer Brei; fr. blanc – manger, mhd. blamensier,
    Der Blamensier wurde mit allerlei Zutaten und Gewürzen wie Wein, Apfelsaft, Schmalz, Zwiebeln, Muskat, Kardamom, Nelken u.a. versetzt, ein Bestandteil gehobener Speisefolgen. Noch im MA war es der Vorläufer des Frikassée. Später wurde daraus eine süße Mandelsulz.
  • zeisen | rupfen
  • brunnen | Wasser.
  • versirtez | versalz,
  • kluge Speise | So genannt, weil sie Hirn als Hauptzutat hatte. vgl. Boner’s Edelstein, herausg. v. F. Pfeiffer pag. 70,155.
  • Reynevarn | Rainfarn [Tanacetum vulgare] auch Wurmkraut. Wurde zur Stärkung der Verdauung verwendet. Sparsam verwenden.
  • Peterlin | Petersilie.
  • Rans | Bauch.  Heute eher Ranz.–> sich den Ranzen vollschlagen.
  • Kriechen [Prunus domestica subsp. insititia, Haferpflaume] | Eine Art runder kleiner Pflaumen.
  • tabescere | lat. dahinschwinden, schmelzen, zergehen
  • Spenling | [Prums domestica, Subsp. Pomariorum] (Gelber Spilling); kleine schmale längliche Steinfrucht; Süßes, festes mirabellenartiges Fruchtfleisch. Erntezeit ab Mitte Juli.
  • zerliden | zergliedern, die Glieder auseinander trennen,
  • bradem |Wrasen, Dampf, Dunst,
  • kere daz einez dor inne umm | wende es darin um
  • Küten | Quitten.
  • Wirz ↑ Sonst vom Bier gebraucht: brasium, cerevisi primae coctura, Frisch 2, 461.
  • vensterehten ↑ durchbrochene Schüssel, Sieb.
  • gein eime acker lanc hin und wider; ↑ einmal den Acker lang hin gehen und wieder zurück | die Länge bestimmt die darauf zu verwendende Zeit.
  • Nösel↑ Ein Nösel entsprach ungefähr 450 ml. Dieses Maß unterlag regional stärkeren Schwankungen; so entsprach ein Nösel in Leipzig 601,9 ml, in Bremen 402,2 ml, in Mansfeld 500 ml und in Emden als Biernösel 511 ml.
    Das Nöselmaß war zumeist ein Flüssigkeitsmaß, (seltenst ein Gewichtsmaß), das sich von Kanne ableitete. Eine Kanne hielt oft zwei Nösel. In den einzelnen deutschen Regionalstaaten war das Volumen dieser Maße unterschiedlich groß, selbst im Königreich Sachsen. Die „Dresdner Kanne“ enthielt gut 0,94 Liter, das Nösel rund 0,47 Liter. Wurde aber nach der „Leipziger (Schenk-)Kanne“ gemessen, dann ging es um 1,2 Liter, beim Nösel folglich um 0,6 Liter. Das Nöselmaß diente im Kleinverkauf und im Haushalt zum Abmessen von Hülsenfrüchten, Sämereien und anderen Schüttgütern.
    Auch in Sachsen galten die vorgenannten Maße offiziell bis zum Jahre 1868, dann wurde das metrische System (Meter, Gramm, Liter usw.) eingeführt. Im privaten Bereich aber hielten sich die alten Maße noch Jahrzehnte.
    In Thüringen gab es eine Besonderheit. Dort war das Nösel Kornsaat, ein Maß für die Ackerfläche, die mit einem Nösel Saatgut bestellt werden konnte. Das waren 14,6 Quadratmeter.
  • gäschen↑ = Das Bier gäscht, wenn es gährt. Noch mehr jedoch, wenn es eingeschenkt wird, und der Schaum aufstößt. –
  • schäumen | ist mit gähren  verwandt, und, so wie jenes, eine Nachahmung des Schalles.
  • geschende werde – gescheit, richtig werden
  • gehertztez ↑ ausgepichtes, geharztes Fass
  • clüsterlin ↑ Deckelchen, claustrum, clasterlein
  • drunder ↑ Aale.
  • luterm tränke ↑ wörtliche Übersetzung von claretum, Claretum der Kräuterwein nach den Rezepten Hildegard von Bingen, lebte oberhalb Odernheim. Ein Aufguss, der sich durch Geschmack, Farbe und Geruch empfiehlt. Rote Rosenblüten oder Balaustrien mit Sirup machen das Claretum aus wie die aufgegossenen Conserven. Kloster auf dem Disibodenberg, das Hildegard von Bingen (1098-1179) viele Jahre leitete. Er geht auf Originalrezepte der Äbtissin zurück und erlangt mit Hilfe von Brombeerlikör, Rosenblüten und anderen Rosaceagewächsen seine angenehme, anregende Wirkung.
    Abgeleitet von Klaret. Likör mit Wein und Honig, Gewürze (angelikawurz, Ingwer, Macis, Zimt, Galgant,
  • gefüege ↑ schickliche, passende.
  • künne ↑ Geschlecht, Art.
  • gerete. ↑ Wol: „loese uz die grete“, wie in Nr. 36. -entgräte
  • biz an den zagel ↑ Schwanz.
  • bewirke↑ verknete.
  • förheln.↑ Forellen.
  • breitling ↑ cyprinus latus /largus
  • garst↑ Worin kein ranziges Fleisch sei?
  • laze in wol belaufen ↑ beträufeln.
  • wizzem melwe. ↑ weißes Mehl.
  • twerhes ↑ Lies: entwerhes = schief, von der Seite angesehen
  • Bolle ↑ (balbus), Zwiebeln
  • knüels ↑ Endstück des Brotlaibs| Südbadisch Gneisle, Kneusle, Knäusle, Kniisli, Knäusli
  • Sode ↑ I., ein nur in einigen Gegenden des nördlichen Deutschlands in der niedrigen Sprechart übliches Wort, einen gegrabenen Brunnen zu bezeichnen; daher Pumpsod, ein Brunnen mit einer Pumpe, der Sodeimer, der Brunneneimer, Sodwasser, Brunnenwasser etc. Frisch und andere Sprachforscher leiten es von sieden, als wenn damit auf das Sieden oder Rauschen des Wassers gezielt würde; es scheint aber, sagt Adelung, zu dem Norddeutschen sied, niedrig, zu gehören, und den Begriff des in der Tiefe ausgegrabenen hohlen Raumes zu haben; s. Pfeil-IconSeit. Bei den älteren Friesen war Sad, eine Grube, ein Graben. Hierher scheinen auch Socke, ein abgestochener Rasen, zu gehören, und socken, Rasen ausstechen, ausgraben.Sod II., der auch das Sod, oder die Söder, in einigen Gegenden auch die Sode, ein im Hochdeutschen unbekanntes, und nur in einigen gemeinen Sprecharten des südlichen und nördlichen Deutschlands übliches Wort, welches von sieden abstammt. 1. Im Niedersächsischen ist das Sod, so viel Wasser, als zu einem Gebräude Bier nöthig ist. 2. In andern Gegenden, sowohl des nördlichen, als südlichen Deutschlands, ist das oder der Sod, die Sode, eine Brühe. Eine gute Sode, eine gute Brühe. Einen Karpfen in einer Sode kochen. Hiervon stammen ab, die im gemeinen Leben übliche Redensarten in seinem Sode leben, in seinem Sode aufwachsen, in oder nach seinen Lüsten, sinnlichen Begierden; in welchen und andern ähnlichen figürlichen Redensarten es nur in der Einheit mit einigen Vorwörtern gebraucht wird. Man sagt auch in der vertrauten Sprechart, auch wohl im Diminutivum, in seinem Södchen leben, nach seiner Phantasie, in seinem sinnlichen Vergnügen. Im nördlichen Deutschland sagt man von Jemanden, welcher einen halben Rausch hat, er sei halb söde. Im Oberdeutschen sagt man, die Hände mit im Sode haben, mit im Spiele. Es scheint, daß mit diesem Worte auf das Sieden, das ist Rauschen und Brausen, sinnlicher Vergnügungen gezielt werde.Der Sod, III, ein größtentheils veraltetes und nur in der Redensart der Sod brennt mir, das Sodbrennen haben, mit dem Sode geplagt seyn, übliches Wort, wodurch man eine brennende Empfindung bezeichnet, welche sich von dem Magenmunde bis in den Schlund erstreckt und von einer verderbten Säure im Magen herrührt. Man kann es von 1 Sod, Brunnen, Schlund, ableiten, wenn es nicht wahrscheinlicher wäre, daß es ein Ueberrest des alten Sot, Krankheit ist, welches bei dem Ulphilas Seuth, und im Schwedischen noch jetzt Sot lautet, und wofür wir jetzt Sucht sagen; s. Pfeil-IconSiech und Sucht.Beim Seifensieder ist der Sod, Sud, die ganze Vorrichtung des Siedens der Seife. Auch die Siedung einer, mit einem salzigen Körper geschwängerten oder angefüllten Lauge, als Vitriol, Alaun, Salpeter, Kochsalz und Aschenlauge. Auch die Menge, welche von einer mit Salz geschwängerten Lauge versotten wird, nennt man Sod.
  • kaldiment | kaldûnen, Kaldaunen zerschnittene Eingeweide, hier des schweines, auch Trippa oder Sulz
  • elnschaft ↑ snit zwei klüppelin eines vingers lanc als ein elnschaft fomen |Zwei der ersten Drittel vom Handgriff ab gerechnet, die wie ein Ellenschaft sind, dh. von rechteckigem Durchschnitt. Nur das letzte Drittel bis zur Spitze ist rund. Die bezeichnete Länge: meines vingers lanc* macht  klar, dass es sich in dem betreffenden Falle nur um einen Miniaturspieß zu besonderem Zwecke handelt,  selbstgeschnitztes kleines Gerät. Diese kleinen Holzspieße dienten beim Rösten von Kuchenschnitten etc.,  und zur Bereitung von kleinen Vögeln. Letzteres erhellt z. B. aus Geiler (Euangelibuch fol. 153b), der von dem Zaunkönig sagt: ^Das küniglin . . . hat die natur, wen man es broten wil, vnnd es stofst an ein hultzen spislin.
  • marach ↑ morchelförmig.
  • krusp ↑ kross – durch die Flamme hart geröstet.
  • entwerhes | verkehrt, falsch, verdreht, südbadisch letz / lätz / überzwerch
  • überzwerch |quer, über Kreuz | Rippenfleisch, Brust, Spannrippe = alles Zwerchfleisch
  • Das vordere dünne und das hinter dünne Teil gingen wohl im älteren Münchner Sprachgebrauch beide als Überzwerch durch, das verkauft mir der M.m.V. als (saupreußisierte) Leiterknochen, das fleischigere mittlere Stück als Zwerchrippe, die schöne dicke saftige Fleischschichten hat und am liebsten direkt aus dem Suppentopf als Privileg des Kochs schon in der Küche verschnabuliert wird.
    Morchen zählen nach den Trüffeln zu den gefragtesten Speisepilzen bei Feinschmeckern,
    auch Mangold oder Möhrchen
  • totern |  Eidotter.
  • gelebt ↑ Abgenommene Milch? Vgl. Lebsalz bei Schmeller B. W. 2, 414.
  • in bewint | Winde, schlage sie ein.
  • la ↑ Sonst: laz.
  • betreffe | beträufle.
  • under wahsen | Lies: unerwachsen, von noch ganz jungen Tieren?
  • lampriden| lamproie, Neunauge.
  • kleine mursel | merceauz.
  • in einen vesten ↑ starken.
  • selben sodich ↑ starken.
  • küten |  quitten
  • dristunt ↑ = dreimal.
  • 61. ↑ Eigentlich Stachelbeersaft (vom romanischen: Agrossolier, Stachelbeerstrauch)
  • schafenem | vom Schaf.
  • 63. ↑ Allioprasium.
  • 64. ↑ schäle und reib ihn.
  • Lake | Vgl. Rumohr „Geist der Kochkunst” pag. 62. „salsum, salsa; salsugo salsilago für bei Plinius; Sauce in heutigem Sinne  hieß bei den Römern jus. Im Mittelalter wahrscheinlich Salzlake, vielleicht mit Öl und Essig vereinigt.”
  • und wüge |  vüege.
  • bin | binde.
  • 68. ↑ ringe, winde.
  • kafen | Hülsen
  • diech | Die Beine einer Gans
  • betuche | dass sie völlig eingetaucht sind.
  • scharbey | soharhen = concidere,
  • zotticht | klein schneiden, Frisch 2, 162.
  • Compositum |  Maß von Äpfeln und dergl.
  • umme sniten ↑ eine runde Schnitte, rundgeschnitten, herumgeschnitten
  • brat muse | was am zweiten Hochzeitstag den Gästen an Essen ins Haus geschickt wurde, Frisch 1, 120.
  • 77. ↑ ienz, jedes.
  • gewult | gefüllt
  • armeritler ↑ Aepfelart, malus armeniaca. Aprikose Lemery, Nicholas: Vollständiges Materialien-Lexicon. Leipzig, 1721., Sp. 105-106. WS: heute Prunus armeniaca
  • tüftele ↑ schlagen, klopfen? vgl. Schindler 1, 358.
  • Stichellinges ↑ Fischeart, Vocab. 1482: tumorilla, aforus.
  • lovinken ↑ vielleicht: Laubfinken? Dompfaffen, Gimpel.
  • sydeln ↑ Vielleicht: höriger, leibeigener Schweiss?
  • kiselinges↑ Kieselstein.
  • lubstickel ↑ liebstöckel.
  • hüffehaltz ↑ lendenlahm.
  • bresteling ↑ In Schwaben die grosse Gartenerdbeere, Scbmid S. W. 91.
  • bersich | Bars, Berschling, ein Fisch. Sehmeiler 1, 201.
  • wisze | In der ersten Sammlung kömmt sz nicht vor, immer zz.
  • behemmische | behemmisch und heidenisch hier noch synonym, böhmisch
  • cygern | eigentlich: Käse von Ziegenmilch (Zieger).
  • schaub | Strohgeflechte
  • Käse | hier synonym mit zyger.
  • 94. | In der Hs. verschrieben: n y sine.
  • 95. | Der häufige Gebrauch der Mandelmilch in den Klosterkirchen ist auch zu ersehen aus Boner’s Edelstein, Ausg. von F. Pfeiffer, p.78. ein muos von einem rîse, mit mandelmilche wohl bereitet, das mache.
  • geceyset | gerupfte Hühner-Brüste
  • gezworn. | zweren??? umrühren, auflösen, Schmeller B. W. 4. 30??? schreiben.
  • vial mus| fial mus, Veilchenmus | ebenfalls Boner a. a. 0.: ouch sî dir ??? warnen
  • ferwez| färbe es
  • kirsenmus ↑ Weichselkirschenmus
  • gebychet | gepicht.
  • sines selbes brüe. | oben: mit ihrer eigin brühe.
  • lumbel | das französische: filet de boeuf.
  • geworren. | Vergl. oben S. 25, Anm. 2.
  • megelech | Magen.
  • basteln| Paetetehen? Vergl. Sohmeller 1, 300.
  • ein sinke | quinarios, franz. einq, der Fünfer im Würfelspiel.
  • reigel | Reiher.
  • tülle| Verschlag von Palfeauea.
  • gebrete|  das Fleisch.
  • schineht | Scheiben.
  • ruzzige | russische
  • Grüner Speck | frischer, unbehandelter Rückenspeck vom Schwein
  • grüne Schwarten | frische Schwarten

 

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