Hettys blaues Café

Schwarzromantik und dunkles Leben

Page: Ida von Duba

Nachklang

Die Berka von Duba waren ein altböhmisches Adelsgeschlecht. Sie haben in der Literatur auch die Namen: Berka von Duba und Lipa ; Birke von Duba und Leipa, Berka von  Dauba

Zur Zeit des Herzogs Jaromir lebte ein böhmischer Wladyke mit Namen Berkowecz, der sich in den Kriegen mit Polen unter Kaiser Heinrich II. auszeichnete. Er war Jägermeister des Herzogs Jaromir (1085). Er kam auf einer Jagd von seinem Gefolge ab, fiel in die Hände der Werschowoczer, die das Räuberhandwerk trieben. Man band den Herzog und seinen Diener der Kleidung beraubt an eine Eiche, um sie mit Pfeilen zu erschießen. Der Howora bat sich von dem feindlichen Anführer als Gnade aus, noch dreimal sein Lieblingsstückchen auf dem Horne blasen zu dürfen. Diese Töne zeigten dem in der Gegend zerstreuten Gefolge den Ort an, wo ihr Herr weilte, und, dass er in Gefahr sei. Das Gefolge eilte herbei, und beide Herren wurden vor dem Tode gerettet. Aus Dankbarkeit hat der Herzog seine treuen Diener mit Belohnungen überhäuft . Der Jägermeister erhielt den Landstrich von der Elbe bis östlich an die schlesische Grenze, und von Bunzlau nördlich über das Gebirge hinweg, bis an die wendische Grenze. Diesen Teil hinter dem Gebirge nannte man das Land Zagost in dem es schon die Orte Schandau, Hohenstein, Hainspach, Schluckenau, Neusalza, Rumburg, Zittau, Kratau, Grottau, Neustadt, Friedland und Reichberg gab. In dieser Beschaffenheit übernahm Ritter Berkowecz diesen Landstrich im Jahr 1004.

Der Herzog  hat seinem Jägermeister den Beinamen Duba (d.h. Eiche) gegeben, den Friedrich Berka, als er 1140 das Schloß Eiche oder Duba baute, der Verwandtschaft wegen annahm. Das Haus Berka, dessen Wappen aus zwei kreuzweise übereinander gelegten Eichenästen bestand, gehörte mit dem ihm stammverwandten Hause Howora zu den ältesten Adelsgeschlechtern Böhmens. Erstmals begegnet uns der Name auf einem Siegel des Hinko Berka von der Duba, das dieser 1279 an eine Urkunde heftete.

Herzog Jaromir baute an der Stelle, wo sich die Begebenheit zugetragen hatte, ein Benedictinerkloster. Dieses bestand bis zur Zeit des Königs Wenzel, wo es zerstört wurde.

Besitztümer

Ein Adelsherr des Geschlechts der Berka von Dubá war Hynek (1249-1306), der Anfang des 14. Jahrhunderts Prager Burggraf wurde.

Die Berka besaßen 1353 Hohnstein zu Lehn und erwarben später im nördlichen Böhmen einen umfangreichen Besitz. Götzinger (10 ) nimmt an, dass Hinco von Berka, Freiherr von Duba schon 1330 Hohnstein gehörte.

Im heutigen Sachsen und im Grenzgebiet besaßen sie:

  •  Hohnstein ( 1353-1443) mit Burg Schwarzberg, Schandau(1467-1490(12)) , halb Neustadt, Berthelsdorf, Schönbach ,   Ulbersdorf, halb Lohsdorf, Porschdorf, Prossen Wendischfähre, Altendorf , Ehrenberg, Cunnersdorf bei Hohnstein, Zeschnig, Hohburkersdorf, die Wüstung  Ludwigsdorf und einen Anteil an der Herrschaft Tollenstein mit Hinterhermsdorf   und Lohmen;
  • 1407 schenkt Johannes von Wartenberg Hinko die Herrschaft Schluckenau mit Scharffenstein (10)
  •  zeitweilig Rathen ( Kauf 1381 – 1438 mit Unterbrechungen) mit Burg Alt- und Neurathen, Rathewalde, Waltersdorf, Weißig und Pötscha;
  • 1414 wohnen die Birken von der Duba auf Schloß Lohmen (11)
  • 1430 verkauft Heinrich Birken der Aeltere die Leite an der Elbe (Schandau gegenüber)  für 5 Schock Groschen an seinen Bruder Hans Birken.(10)
  •  die Herrschaft Wildenstein mit den Arnstein ( Kauf 1441) und 20 Dörfern (1353- 1451). Dazu gehörten Burg Wildenstein, Sebnitz, Hertigswalde, Neustadt (halb), Ottendorf, Saupsdorf, Lichtenhain, Mittelndorf, Rathmannsdorf, Ostrau, Postelwitz,, Waitzdorf, Goßdorf, Lohsdorf (halb) Langburkersdorf, Rugiswalde und Polenz dazu Ober- und Niedereinsiedel, Schloß Schauenstein mit Hohenleipa, Stimmersdorf , Johnsdorf  und Neudorf (4).
  • Georg Birken v.d. D. Herr auf Hohnstein verkauft Rathmannsdorf an Schandau (10)
  • 1489 ist Heinrich (Hinko) Berka v.d.D. noch Herr auf Hohnstein (11)
  • 1491 geht Hohnstein endgültig an Sachsen.

Das heißt, die Sächsische Schweiz war rechtselbig bis Wehlen in ihren Besitz.

Übersicht über den Stammbaum der Berken die im Gebiet der sächsischen Schweiz und im Grenzgebiet herrschten:

Familiengeschichte:

  •  Mathias Berka baut 1116 den Tollenstein aus.
  •  Qual von Berka war 1226 königlich böhmischer Oberlandesjägermeister.
  • Peter Berka von Duba war 1235 Oberster Ordensmeister der Tempelherren in  Böhmen.  Baute 1253 das Annakloster.
  • Hynek von Duba (auch de Dubena), Burggraf von Prag, errichtete den Hradschin (tschechisch Hradany). Er war  Truchsess des Königs von Böhmen  1276-1288
  • Hinko von Duba 1289-1293 Oberstlandkämmerer, 1294 -1295 Burggraf von Taus, 1303-1309 Oberstburggraf zu Prag , gest. vor 1316
  • Hinko Berka von Duba Oberstburggraf gest. 1348
  • Hinko I.., Herr auf Burg Hohnstein (Sächsische Schweiz) Oberstburggraf bis   1351; gest. 1361
  • Heinrich III. Berka von DubáBischof von Olmütz. Der Papst entsprach einer Bitte des Königs, und verlieh Heinrich das Bistum Olmütz unmittelbar nach Konrads Tod 1326,  obwohl Heinrich erst zum Priester geweiht werden musste. Heinrich starb 1333 in Prag  und wurde im Veitsdom beigesetzt.
  • 1337 Hinko I gründet Weißwasser
  • 1370 Hinko II erwirbt Rumburg
  • 1404 Hinko II erwirbt Warnsdorf und Schönlinde
  • 1406 Hinko II erbt  Kamnitz und Kreibitz
  • 1406 geht Neurathen durch Kauf an die Berken von der Duba über, Hinko Berka von der   Duba der Ältere wird neuer Eigentümer.
  •  Im Jahre 1406 verkaufte Johann III. von Michelsberg die Herrschaft Scharfenstein an Hynko Berka von Dauba, dessen Söhne sich die Herrschaft teilten; den Teil Kamenice bekam Johann Berka von Dauba (9).
  • 1409 Scharfenstein und Bensen gelangen an Hinko II (15)
  •  Hinko II. , Herr auf Burg Hohnstein, Statthalter der Herrschaft Mühlberg an der Elbe (  1388), Oberstlandrichter der Krone Böhmens ( 1396,1409,1410); Landvogt  der Niederlausitz 1396-1416;
  •  1410 Hinko II. teilt seine Herrschaft unter seinen 5 Söhnen
  •  Hynek Hlawatsch (von Dauba)Landvogt der Oberlausitz in Bautzen (1413-1420)

 Als im Jahre 1423 die Hussiten zum ersten Male in die Oberlausitz eindrangen, schlossen  die Lausitzer Städte mit dem hiesigen Edelmann Zikmund z Vartenberka (Siegmund von  Wartenberg) und Jan Berka z Dubé (Johann Berka von Dauba), dem Innhaber des  Tolštejn, ein Verteidigungsbündnis. Tolštejn diente dabei als vorgeschobener    Beobachtungspunkt, der im Laufe der wiederholten Feldzüge der Hussiten in die Lausitz  und nach Schlesien Warnungen aussandte. Nach 1426 wurde Johanns Bruder Hynek und  nach ihm dessen Sohn Albrecht Herr auf dem Tolštejn.

  •  1443 Hinko Berka von der Duba tauscht Hohnstein gegen Schloss und Stadt Mühlberg nebst Zubehör und erhält 570 Schock meissner Groschen als Ausgleich.(16)
  • 1451 Albrecht von der Dauba verkauft die Herrschaft Wildenstein an Herzog Friedrich von Sachsen mit den Burgen Alter Wildenstein, neuer Wildenstein, Arnstein, Winterstein, Rabenstein(Lorenzsteine),Frihenstein, Falckenstein, Henneberg und Schrammenstein. Dazu Wälder und Gewässer sowie die Orte Neustadt (halb), Rugiswalde, Sebnitz, Burkersdorf, Hertingswalde, Heinersdorf, Ottendorf, Saupsdorf, Lichtenhain, Mitteldorf, Rathmannsdorf, Ostrau, Postelwitz, Goßdorf, Waizdorf, Ludwigsdorf (halb) und Hertigwalde

Mit dem Vertrag von Eger 1459 wurden die ehemaligen Besitzungen der Berken von der Duba auf dem Gebiet der Sächsischen Schweiz endgültig in den erblichen Besitz der sächsischen Kurfürsten überführt.

  • Sie besaßen zu dieser Zeit eine weite Landschaft um Friedland, Reichenberg, Grafenstein, Zittau, Hoyerswerda, Tollenstein, Schluckenau, Rumburg, Heinspach, Wildenstein, Hohenstein, Lohmen als deutsche Lehne; als böhmische Lehne aber Leipa, Daube, Kostelez, Bresen mit Scharfenstein, Kamnitz Ronov u.a., die auf Neu-Perstein hatten Chisch, Teukomiz, Hirschberg, Hauska, Bezdiez, Widim u.a..
  • Im Jahre 1466 gelang es dem König, Albrecht Berka gefangen zu nehmen und sein Besitz, die Herrschaften Tolštejn  mit dem Šluknover Land fiel an Johann von Wartenberg und Jindrich (Heinrich) Berka von Dauba, die im Jahre 1463 die Belagerung der Burg leiteten. Jinrich Berka trat seinen Teil des Tolštejn an Johann von Wartenberg ab. (8)
  • Seit  1469 galten die Berken von der Duba als gemässigte Hussiten und bekannten sich zu den 4 Prager Artikeln.
  • Zbynko Berka von Duba und Leipa (tschechisch: Zbyn?k Berka z Dubé a Lipé); geboren  1551 in D?evenice bei Jicín; † 6. März1606 war Erzbischof von Prag und Kardinal.
  •   Franz Anton Graf Berka von Dubá errichtete zwischen 1699 und 1729 für die  vermeintliche Ahnin  seiner Familie in Deutsch Gabel die monumentale Barockkirche an Stelle der alten Laurentiuskirche
  •  Bohuchval, Herr auf Weißwasser (Belá), Hühnerwasser (Kurívody) und Chiesch (Chyše), war 1619/20 Oberstburggraf unter Friedrich V.
  •  Wenzel (Václav), Herr auf Hirschberg (Doksy), Bösig (Bezdez), Widim (Vidim), Kokorin (Kokorín), Neuperstein (Nový Berštejn), war unter dem Winterkönig  höchster Richter. Er und Bohuchval wurden nach der Schlacht am Weißen Berg in Abwesenheit zum Tode verurteilt, das Vermögen zu Gunsten des Kaisers  konfisziert.
  • Zdislav war unter König Ferdinand I. böhmischer Landhofmeister, danach Oberstlandrichter und auch Landvogt der Oberlausitz, letzteres 1527-1549.

Nach der Schlacht am weißen Berg flohen der Oberstburggraf Bohuchval von Berka und der Staatsrat Wenzel Berka nach Deutschland. Die weitere Geschichte der Nachkommen ist aus dem Buch von Peschek (1) zu entnehmen. Nach der Schlacht am Weißen Berg wurde ein Teil des Vermögens konfisziert. Der größte Teil des Geschlechts blieb jedoch dem Kaiser treu. Einer der Zweige wurde 1637 in den Stand der Reichsgrafen erhoben. Diese böhmische Linie erlosch jedoch schon 1706 mit dem Ableben des kaiserlichen Rats Franz Anton Hovora Grafen Berka von Duba und Lipa. Die Berka starben im 19. Jahrhundert in Schweden und Sachsen aus.

Zur Geschichte der Berken von der Duba hat Kurt Gerlach den Roman „ Die Birken in den Steinen“; Matthes Prag und Hartenstein, 1942 geschrieben, der in der Zeit  von etwa 1380 – 1426 spielt. Held ist ein Hans von Berka, nach dem Buch ein Bruder von Benesch, der aber keine Burg bei der Erbteilung bekam. Er ließ nach dem Roman auf dem Arnstein wieder einen Wohnsitz errichten und  sich dort durch den Ottendorfer Pfarrer mit Elisabeth von Colditz , einer Tochter von Hans von Colditz, trauen. Nach dem Buch sollen die Hussiten den Arnstein zwischen 1422 -1426 zerstört haben. Die Personen und Fakten sind nur teilweise historisch belegt.

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