Hettys Gedankenwelten

Schwarze Romantik, dunkles Leben

Kreatives Schreiben

TextwerkstattIch besuche gerne Schreibforen. In den letzten Jahren hat sich im Sprachschatz der Autoren viel verändert. Als ich mit dem Schreiben begann, waren Begriffe wie Plot, den ich nur aus der Grafik oder vom Film kannte, noch nicht in aller Munde. Wir schrieben Exposé. Darüber hinaus war nichts anders.

Schreiben ist erlernbar. Wer im Deutschunterricht gut aufpasst, bekommt alles Rüstzeug der Schreiberei vermittelt. Viele angehende Autoren träumen davon im Regal zu stehen, Bestseller zu produzieren und mit Stephen King, oder wem auch immer, in einem Atemzug genannt zu werden. Sie kopieren Ideen, ja ganze Handlungsstränge werden übernommen. Oft fragt man sich: Jungs und Mädels, fällt Euch selber nichts ein?

Zu meiner Schande muss ich gestehen, Herr der Ringe, Harry Potter oder Stephen King habe ich noch nie gelesen. Muss man diese Bücher kennen? Für einen Autor lese ich verdammt zu wenig, das gebe ich gerne zu. Lesen formt Sprache, Stil und Ausdruck. Dafür kleistere ich mir aber auch nicht den Kopf mit längst gegessenen Themen zu. Ich sehe verdammt zu wenig fern, wenn, dann nur Krimis. Deshalb würde ich jedoch nie auf die Idee kommen, einen Krimi schreiben zu wollen. Ich weiß, ich kann es nicht. Es würde letztlich nur der Ausbund von Gedanken eines Amateurs sein.

Hier wären wir bei einer Schreibregel, die allgemein beherzigt werden sollte: Schreibe nur über das, wovon du Ahnung hast.

Jeder von uns hat etwas zu sagen, doch ob es alle interessiert? So wie ein Unternehmer ein Alleinstellungsmerkmal hat, sollten auch Autoren etwas haben, was sie abhebt von der Masse. Schlechte Literatur gibt es genug. Bleiben wir bei dem großen King der Horrorliteratur. Es genügt nicht, Horror schreiben zu wollen, man muss es auch tun. Stimmungen werden durch bestimmte Wortkombinationen erzeugt, die im Hirn des Lesers Bilder malen.

Mir persönlich gefällt Sakrileg ausgezeichnet. Inwieweit das alles so stimmt, wie es Dan Brown beschreibt, ist mir nicht wichtig. Er versteht es jedoch, den Leser mitzunehmen in eine spannende Handlung. Er erzeugt Gänsehaut, jedenfalls bei mir.  Er hat einen interessanten Aufhänger, einen roten Faden, dem er folgt und löst den Konflikt logisch. Was er schreibt, ist glaubhaft, ob es so stimmt lassen wir mal. Es ist ein Roman, kein Sachbuch. Die Angriffe auf Brown zeigen uns jedoch, was Kritiker erwarten: gute Recherche und einen hohen Wahrheitsgehalt. Historische Romane verlangen eine sehr gute Recherche. Es genügt nicht zu wissen, wann das Mittelalter war. Man muss als Autor in der Lage sein, sich in die Zeit hineinzu versetzen. Wer sich an die Historie wagt, der sollte bereit sein, in Archiven zu schlafen.

Mediävistik ist ein absolut breiter und tiefer Bereich, der nichts mit all den Mythen zu tun hat, die man dem Mittelalter unterschiebt. Leider ist die Mittelalterforschung mit sehr viel Uneinigkeit behaftet. Wer historische Romane schreiben möchte, das dunkle Zeitalter bietet sich an, sollte auch den Mut haben, Weisheiten infrage zu stellen. Sapere aude, habe den Mut selber zu denken.

Unser Thema ist ja die Schwarze Romantik. Schauerliteratur, die das Genre Horror ebenso berührt wie Thriller und Romantik schlechthin. Vampire, Dämonen, Geister. Neben Fantasie benötigt auch Fantasy gute Recherche. Grundsätzlich sollte sich der Schreiber von Fantasy Romanen nicht an der vorhandenen Literatur orientieren. Das Beste wäre, er hätte noch nie einen Fantasy Roman gelesen. Wie man in vielen Foren lesen kann, gehen Herr der Ringe, Harry Potter oder ähnliche Helden nicht mehr aus dem Kopf. Man wird mich für diese Aussage steinigen, doch die Nähe zum Plagiat ist nun einmal gegeben.

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