Hettys blaues Café

Schwarzromantik und dunkles Leben

Page: dunkles Tagebuch

Du da

Rechte: Warner Brother

Memoire, Tagebuchliteratur, Selbst-Gespräche sind eine Form des Gedankenaustausches mit sich selber. Man spricht oder schreibt in Gedanken mit einer imaginären Person. Man könnte, natürlich, auch mit der Wand reden, dem Blumentopf, der Katze oder dem Hamster. Alles was wir erleben, oder nicht verarbeiten können, müssen wir abarbeiten um nicht daran zu ersticken. Dialoge mit seinen Gedanken helfen, sich über Dinge klar zu werden. Alles muss durch den Kopf hindurch. Es ist völlig normal, sich selbst zu motivieren, sich Wahrheiten einzugestehen, Gedichte oder Vokabeln zu lernen. Ob man die Gespräche mit sich laut oder leise führt, ist dem persönlichen Geschmack überlassen. Tagebuchaufzeichnungen sind selten objektiv, denn sie geben das subjektive Erleben wieder. Sie schildern das, was das eigene ICH denkt, fühlt, tut. In der Regel, sind Tagebuchaufzeichnungen große Monologe. Viele Tagebuchaufzeichnungen beginnen mit: ‘Mein geliebtes Tagebuch’.

Situationen die Selbstgespräche, Tagebuchaufzeichnungen geradezu herausfordern sind emotionale Probleme. Man verliebt sich und sucht Antworten. Man kann aber niemanden fragen, so geht man in sich, und spricht mit seinen Gedanken. Die Fantasie tut ein Übriges. Sie setzt uns Harvy, den großen weißen Hasen, daneben, so dass wir uns nicht ganz so blöde vorkommen. Selbstverständlich sind Selbstgespräche vielfach von der Subjektivität geführt, sie führen uns auf einen bestimmten Weg. Die zweite Person kann antworten. In diesen Zwiegesprächen gibt sie jedoch immer wieder, was der Gesprächsführende hören will. Es ist unsere innere Stimme die uns lenkt und leitet, unsere Seele.

Eine weitere Aufgabe von Tagebüchern ist die Entlastung der Seele. Alltagsprobleme, denken wir an Mobbing, benötigen die Auseinandersetzung. Viele Sätze beginnen mit ›Warum?‹.  Bei der Frage nach dem Warum, sucht der Schreiber die Ursachen seiner Befindlichkeitsstörungen. In seinem Tagebuch kann man alles nacherleben, Probleme lösen und sich klar werden, was man fühlt, denkt oder plant. Es ist sehr eigenartig, man wird klar im Kopf und gesund in der Seele. Sind die Worte geschrieben, sind die Gedanken gedacht. Man weint, man lacht, man empfindet Herzschmerz oder auch Sehnsucht. Oft wird der Stift erst weggelegt, wenn man sich alles gnadlos von der Seele geschrieben hat.

Schlimm werden die Gespräche und Auseinandersetzungen mit sich selber erst dann, wenn man auch tatsächlich Stimmen hören. Mit diesem Moment steuern wir ernsthaft in eine paranoide Schizophrenie. Jeder kann mit seinen Gedanken Dialoge führen so viel er will, solange es eben still bleibt im Kopf, und wir die Antworten nicht wahrhaft hören.

Was ist ein Du-da? Nichts weiter als eine namenlose Sache. Man kann dafür auch Dingens, Dingsda oder Kuddeldaddeldu nehmen. Namen sind oft mit Identifizierungen verbunden. Die Gespräche würden sich zu sehr auf eine Person fixieren, und zu einem ganz anderen Ergebnis führen. Jeder muss alleine entscheiden, ob er mit einem konkreten Namen operiert oder mit einem Du-da ;). Ich habe mich für den Du-da entschieden, Namen sind Schall und Rauch.

Gespräche mit dem Du-da

Wie ich zu meinem Du da kam

Views All Time
Views All Time
178
Views Today
Views Today
2

Leave a Reply

Bookshelf 2.0 developed by revood.com

 

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen