Hettys blaues Café

Schwarzromantik und dunkles Leben

Mhhhh, feine Spritzkuchen

So ein kleiner Hund ist ja auch nur ein Mensch, und in besonderen Situationen ein Feinschmecker. 😉 Was kann es also am Sonntag besseres geben als Frauchens Gebackenes. Um immer mit Nase und Schnauze am Geschehen zu bleiben, nimmt man mal unter der Küchenbank Platz. Man sieht und wird nicht gesehen. Schnauze auf die Pfötchen, Augen gerade aus. Das riecht sehr lecker hier, was macht Frauchen da? Warten wir mal ab.

Die wunderbar gelungenen Spritzkuchen kamen zum Abkühlen auf den Tisch, auf einen großen Teller. Wer denkt denn daran, dass so eine kleine Flohschaukel Spritzkuchen futtert?  Der Nachmittagsbesuch stellte sich ein, die Wohnungstür klappte auf und zu, alles war in Unruhe. Ganz ehrlich, an Alfi dachte niemand. Da er noch relativ neu in der Familie war, kümmerte sich leider auch niemand wirklich um das Hündchen.

“Alfi” tönte es plötzlich durch die Wohnung, weil Enkel Moritz Hundesehnsucht verspürte. Ja wo ist sie denn die Kleine? “Alfi!!!” Aufregung, wo ist der Hund? Zimmertür auf, Zimmertür zu. Kein Hund. Irgendwo wird sie sein und schlafen.

“Omili” schmeichelte Moritz “Du wolltest doch Spritzkuchen machen?”

“Habe ich auch, sie sind in der Küche. Na dann hole sie mal, wir könnten sowieso Kaffee trinken.”

“Da sind aber keine.” beschwerte sich der Schlabberschnabel.

“Auf dem Küchentisch.”

“Nein, da steht nur ein leerer Teller.”

“Wie bitte?” Ich sprang auf und stürzte in die Küche. Das ist fast wortwörtlich zu verstehen, denn die Türschwelle war höher als sonst. Tatsächlich! Auf dem Küchentisch stand ein leerer, sorgsam abgeleckter Teller.

“Alfi!!!!!!” entrang sich hysterisch meiner Kehle, doch der kleine Dieb blieb sicherheitshalber unsichtbar.

“Alfi! Du willst jetzt nicht sagen, dass du 24 frische Spritzkuchen verschlungen hast?” fragte ich ins Leere. Unter der Küchenbank fiepte es kläglich. Aha, der Täter meldet sich. Bevor ich mich in Augenhöhe mit dem Hund begeben konnte, kam dieser schuldbewusst angerobbt. Ich nahm die leeren Teller und hielt ihn Alfi vorwurfsvoll vor die Augen, dazu schnaubte ich böse. Die Flohschaukel streichelte mit ihrem Pfötchen mein Bein, und sah mich kläglich an.

“Aha, Bauchschmerzen was?” Das Tier kam näher und schmuste an meinem Bein umher. Die Familie hielt sich die Bäuche vor Lachen, nur Moritz war etwas säuerlich. “Keine Spritzkuchen, verfressener Hund Du” sagte er mit erhobenem Zeigefinger. So kam auch er in den Genuss von Streicheleinheiten.

Und die Moral von der Geschicht? Frische Spritzkuchen gehören auf den Küchentisch nicht. Alfi hat seine Fressattacke gut überlebt, und ich wusste nun, dass ich einen neuen Fan meiner Spritzkuchen hatte.

 

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