Hettys blaues Café

Schwarzromantik und dunkles Leben

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Mythologie, die Sagenwelt der Völker

Jedes Volk hat seine Mythologie, seine eigene Sagenwelt, die sich über Jahrhunderte entwickelte. Die europäische Mythologie zeigt viele Parallelen. Viele Mythen entstanden in den Völkern bereits vor der Zeitrechnung. Mythen wurden geschaffen bzw. entstanden, um den Menschen das für sie unerklärliche erklärlich zu machen. Der Übergang in religiöse Mythen ist fließend, denn was der menschliche Geist nicht erklären konnte, wurde Göttern zugeschrieben. Die Götter haben bei allen Völkern eine übergeordnete Rolle zugewiesen bekommen. Eine zentrale Rolle spielte der Sonnengott in allen Religionen.

Das Christentum betrachtete Mythen als konkurrierende heidnische Theologie. Aufgrund einer gewissen Toleranz blieben sie durch wenige Geistliche und Dichter erhalten. Die christliche Religion sah ihre Aufgabe darin, die griechisch-römische Mythologie und ihre Götterwelt durch Dämonisierung, Euhemerisierung und allegorisierende Moralisierung “unschädlich” zu machen. Mythen bekamen dadurch ähnliche pädagogische Funktionen wie die christlichen Legenden.  Die höfische mittelalterliche Welt bediente sich der antiken „Romane“ zur dynastischen Legitimation und Identitätsbildung. 

Ganz besonders für viele Romantiker waren Mythen verhüllte Weisheiten aus der bildlich denkenden Urzeit. Die Poetisierung des Mythos ging zwischen 1800 und 1840 der Frage nach dem Ursprung der Mythologien der Welt nach. Sie griffen neben den griechischen Mythen auf die mittelalterliche „nordische“, später auf die indische Mythologie zurück, die von Friedrich Schlegel als Ausdruck einer von Priestern esoterisch behüteten Urreligion betrachtet wurde. In der angestrengten Suche nach Urmythen zeigt sich die eng begrenzte Wirkung der Aufklärung, die die Mythen als Formen von Priestertrug zu eliminieren suchte.

Im alten Ägypten entwickelte sich ein Schöpfungsmythos, nach dem der Sonnengott Atum von Ptah erschaffen wurde. Ptah gilt als Baumeister der Welt und erschuf Atum mit seinem Wort. Die Memphitische Theologie ist die erste, die sich auf Sinn und Vernunft aufbaut.

Mythen schaffen Wissen durch Erzählungen. Sie sind weder wissenschaftliche Erklärungen noch hatten sie die Absicht, wissenschaftlich zu sein. Sie bedienen den Volksglauben, um diverse “Zustände” zu erhalten, das Volk von tieferen Wahrheiten abzulenken oder es zu manipulieren. Alles was nicht erklärbar ist, auch die frühen Priester waren nicht immer der Hellsten Vertreter, wird einem Gott oder dem Gott zugeschrieben. Wer die Bibel gelesen hat weiß, dass Gott dafür zuständig ist, alles in Bewegung gebracht zu haben. So waren für die Pest und andere schlimme Katastrophen immer irgendwelche überirdischen Mächte zuständig. Erdbeben wurden als Gottes Zorn verkauft, eine Sonnen- oder Mondfinsternis war der Zorn Gottes, wie auch Überschwemmungen und andere Naturphänomene. Alle Religionen nutzten den Volksglauben, die Angst vor “schlimmen” Dingen wie Hungersnöte oder Seuchen, um das Volk in einer Art Duckmäusertum zu halten.

In unserer aufgeklärten Zeit dienen Mythen oft als Schutzschild vor der Wahrheit. Es ist viel bequemer, die Schuld für seine Irrungen und Wirrungen irgendeinem imaginären Gott in die Tasche zu jubeln, als sich selber. Sich dem Leben zu stellen, ist nicht jeder Manns Sache. Streng gläubige Menschen legen ihr Leben in Gottes Hand, um nicht handeln zu müssen. Selbst intellektuell geschulte Menschen fliehen gerne vor unliebsamen Dingen in eine überirdische Welt, um sich nicht ihrer Verantwortung stellen zu müssen. Schlimm wird es dann, wenn sich der Mensch gänzlich dieser Scheinwelt ergibt.

Viele Szenen sind ein Sammelbecken für die Menschen, die sich der eigenen Verantwortung entziehen möchten. Auch wenn ich eine große Affinität zur Schwarzen Szene habe, jedenfalls ihrer blauen Seite, so beobachte ich doch, dass sich die Menschen verändern. Sie fühlen sich darin aufgehoben, sind unter ihresgleichen und leicht beeinflussbar. Gerade labile und sensible Menschen, die sich auch sonst davor scheuen ihre Probleme anzupacken, sich ihre Lebensfehler einzugestehen, finden den idealen Nährboden.

WGT 2018

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