Hettys Gedankenwelten – Sapere aude

Schwarze Romantik, Germanistische Mediävistik, Gothic

Sapere aude – wage selber zu denken

Sapere aude ist der Leitspruch der Aufklärung. Immanuel Kant erklärte den lateinischen Ausspruch 1784 dazu. Er bedeutete in dieser Epoche nichts anderes als “Habe Mut selber zu denken“. Darum geht es auch heute. Sapere aude geht zurück auf Horaz (65 v. Chr. – 8 v. Chr.) und heißt in besserer Übertragung: Die Hälfte der Tat hat geleistet wer begonnen hat. Wage es weise zu sein, fang an! […] Horaz‘ Vers bezieht sich dabei auf Homer und die moralischen Lehren die man aus dessen Werk ziehen kann. Horaz mahnt die Menschen damit, ihre Trägheit zu überwinden und sich tatkräftig um ihr eigenes Leben zu kümmern und eigene Erfahrungen zu sammeln.

Kant meint dazu: Aufklärung ist das Herausgehen des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Diese Unmündigkeit meint das Unvermögen, sich seines Verstandes zu bedienen ohne das zu befolgen was andere sagen, was man denken und machen soll. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, weil die Ursache meist kein mangelnder Verstand ist, sondern die Unterwürfigkeit unter eine höhere Macht. Sapere aude! Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen und dies auch zu vertreten!

In der gegenwärtigen Zeit haben wir genau diese Situation. Eine infantil agierende politische Spitze behandelt eine ganze Gesellschaft wie unmündige Kinder. Das Wort Etikette in diesem Zusammenhang lassen wir mal weg, denn bei näherer Betrachtung sind viele Vertreter dieser Spitze kaum etikettiert durch ihr Wissen und Handeln. Und was noch viel schlimmer ist, nicht nur die sogenannte Volksvertretung gebärdet sich wie im Kindergarten. Es beginnt schon mit der Ansprache. Da wird man von Ärzten, Chefs und anderen Personen gefragt: Na, wie geht es uns heute? Woher soll ich wissen wie es anderen geht, ich kann nur für mich sprechen.

Wer nicht wie ein Trottel hinter der Obrigkeit herlatscht ist gleich Verschwörer und Volksverhetzer. Wer seine Wohnung nicht den armen Flüchtlingen zur Verfügung stellen möchte ist Rassist, wer nicht mit Kuscheltieren wirft ein Nazi. Das Beleidigen der Bürger seit der Wende hat Methode. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie man den ehemaligen DDR Bürgern permanent vorwarf, sie könnten nicht mal mit Messer und Gabel essen, hätten keinen Verstand, denn die DDR Regierung hätte allen das Denken abgenommen. Ja wirklich? Ich habe sehr wohl kulturvoll essen gelernt und niemand hat mir auch nur eine Entscheidung abgenommen. Meine ersten Mandanten nach der Wende waren die Glücksritter aus dem gelobten Land, die sich in der DDR Wirtschaft breit machen wollten und nicht über ein Mindestwissen an Betriebswirtschaft verfügten, obwohl es ihr System war indem wir nun lebten.

Kritik wurde und wird sofort im Keim erstickt. Selber denken, pfui, das tut man aber nicht. Wie unmündige Kinder behandeln die großen Kinder in ihren Politik-Krabbelgruppen das Volk. Und schauen wir genau hin, die Methode fruchtet. Die erste Rentnergeneration nach der Wende ist schon fast ausgestorben, jetzt sind ihre gut erzogenen Kinder soweit. Was tun diese heute “Alten”? In erster Linie einmal endlos jammern und klagen. Sitzen schön brav bei sämtlichen Ärzten rum. Schlucken willig jede Pille und buckeln vor dem “Gott in weiß”. Essen was der will, schönen süßen Joghurt gegen 22 Uhr, weil ein Diabetiker das so muss. Gegen den hohen Blutdruck, der bei dieser Kost nicht ausbleibt, werden die Pillen eingeschmissen. Weil diese nicht helfen, wohl auch nicht helfen können, kommen noch 20 weitere Sorten um dann stolz am Seniorenstammtisch zu verkünden, ach ich bin ja so krank. Jetzt muss ich noch die Pille nehmen. Ach, du bekommst die Pille gegen das? Na da muss ich gleich mit dem Arzt sprechen, die brauche ich dann auch. Gesagt, getan. Entgegen mancher ärztlicher Vernunft werden die Dinger verordnet. Die Kasse stimmt, der Patient ist dabei doch so egal. Mein je, sterben müssen alle. Bei solch heiliger Einfalt kann man nur den Kopf schütteln. Und wenn der böse Arzt das nicht tut, ist er von Grund auf schlecht.  Dieser denkt, was soll ich mich mit den Alten zanken, wissen ja eh alles besser.

Die gutpolitische Erziehung schlägt bei den Jungen ebenso fein an. Wer muss denn heute noch Verantwortung für sein Handeln übernehmen? Schuld ist immer der leicht unterbelichtete Bürger. Dumm und faul sind die Dicken, hochintelligent und fleißig die Dünnen. Die Kinder von Notstandsempfängern sind generell dämlich und die Kinder der Reichen und Schönen schlau. Bekommt das Volk diese Weisheiten 30 Jahre eingeblasen, glauben sie auch daran. Wir haben nun die 2. Generation Hartz IV Kinder nach der Wende und ja, sie werden immer ungebildeter. Und ja, die Menschen, egal ob arm oder reich, immer fetter. Woran liegt das? Am fehlenden Verstand? Auch, denn schon in der Grundschule hören die Kinder, sie haben sowieso keine Perspektive. Wozu dann also lernen?

Ein auf diese Art entmündigtes Volk, durch Fresskomfort eingeschläferte Gehirne bringen keine Leistung mehr. Unlängst hörte ich bei Lanz in der Talkrunde, in wenigen Jahren werden nur noch die Arbeit finden, die sich täglich neu erfinden können. Aha. Den Prozentsatz zu beziffern, da reichen 5 Finger einer Hand, denn dank der mangelnden persönlichen Intelligenz zu Gunsten der Künstlichen lernen das nur Wenige. Ein Handy bedienen lernen noch 80jährige, einen Computer bedienen nicht einmal 30jährige richtig. Jetzt sollen dies bereits die Erstklässler am besten. Was bleibt dann auf der Strecke? Diese Kinder lernen dann nicht mehr vernünftig schreiben. Ohne Computer mit Rechtschreibprogramm und Spracherkennung werden sie dann wohl Analphabeten werden. Schon jetzt ist es grauenvoll in Foren zu lesen. Junge Menschen um 30 können sich weder verständlich noch grammatikalisch einwandfrei ausdrücken. Von der Rechtschreibung ganz zu schweigen. In dieser Generation leben wohl nur noch Legastheniker. Eine angeborene, nicht heilbare geistige Behinderung. Aber mit viel Fleiß und starkem Willen kann man durchaus gute Schreibleistungen erbringen. Könnte man, wenn die Mütter nicht die Verantwortung für die Bildung ihrer Kinder generell der Schule zuschieben würden und Cocktail schlürfen der Nesthege ihrer Kinder vorziehen. Ich bin bösartig sagt der geneigte Leser nun? Ja, das bin ich.

Lesen sie oben nach wie schon Horaz Sapere aude definierte. Mut haben das Offensichtliche auszusprechen. Den habe ich. Die Frage ist nur, ob das Offensichtliche auch alle richtig verstehen.

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