Hettys Gedankenwelten

Schwarze Romantik, dunkles Leben

Page: Schwarze Romantik – Schriftsteller

Schwarze Romantik ist die Nachtseite der Romantik. Sie ist gekennzeichnet durch nicht rationale, melancholische, aggressive Züge. In den Werken wird menschlicher Wahnsinn, das „Dunkle“, in den Mittelpunkt gezogen. Die dunkle Romantik entstand als Gegengewicht zu der von Vernunft geleiteten Aufklärung. Sie war eine Reaktion auf die Schrecknisse der Zeit. Die Autoren verarbeiteten so die dunklen Seiten des Daseins. Ihre Werke hatten einen düsteren, resignativen, makaberen, dämonischen bis satanischen Charakter. Zur Schilderung der Geschehnisse wurden vom normalen abweichende Verhaltensweisen, fantastische, groteske Phänomene und ein dekadenter Ästhetizismus verwendet. Man bevorzugte Erotik, übersteigerte das Morbide und ließ sich mit dem Teufel ein.

In der Malerei waren die Grenzen zwischen Freude am Malerischen und einer gewissen Todessehnsucht fließend. Schwarze Romantik und Romantik grenzten sich kaum ab. Johann Heinrich Füssli /England, Caspar David Friedrich und Carl Blechen / Deutschland, Arnold Böcklin / Schweiz und Edvard Munch / Norwegen waren bekannte Maler-Vertreter. Filme wie Der müde Tod (Fritz Lang), Nosferatu (F. W. Murnau), Dracula (Tod Browning) bedienten dieses Genre. Düster auch Opern wie der Freischütz von Carl Maria von Weber.

Motiviert das Übersinnliche eine Handlung, wird sie als faktisch existent angenommen, dann kann man es als schwarzromantisch bezeichnen. So sind Vampire oder der Teufel als Protagonisten für den Autor und Leser wirklich existent. Leib, Leben und Seele schweben immer in ernsthafter Gefahr.

Zum Ende des 18. Jahrhunderts bildete sich in England die Gothic Novel als eigene Stilrichtung heraus.  Aus der Schauerliteratur der Schwarzen Romantik  entwickelte sich im 19. Jahrhundert die heutige Horrorliteratur, dessen bekanntester Vertreter wohl Stephen King ist. Man sollte immer zwischen der Epoche der Schwarzen Romantik und Werken dieser Gattung unterscheiden. Goethe war kein typischer Vertreter der Schwarzromantik, sein Faust ist jedoch typisch für das Genre.

Gestaltungsmotive für Schwarze Romantik

Die Schwarze Romantik bedient sich bis heute der gleichen Gestaltungsmotive.

  • Sehnsucht, Fernweh, Realitätsflucht, Wanderungen, Nachtwandeln
  • Berge, Höhlen, tiefe Gewässer, dunkle Wälder, einsame Lichtungen, symbolträchtige Tiere, Nebel, Mondschein, Gewitter
  • Nacht
  • Burgen, Spukschlösser, Klöster, Verliese, Kellergewölbe, Gruften, Spukhäuser, Ruinen, Friedhöfe,
  • Das Böse
  • Kirche, Theologie, Religion, Glaubenszweifel
  • Elfen, Feen, Gespenster, Wiedergänger, Dämonen, Formwandler
  • Doppelgänger
  • Femmes fatales, männermordende Frauen
  • Parawissenschaft, Parapsychologie, Alchemie, Magie, Nekromantie, Okkultismus, Satanismus, Hexerei, Magnetismus
  • Paraphile Erotik, Sadomasochismus, Perversion
  • Alkohol, Opium, Morphium, Pilz-Extrakte, Tier-Elixiere
  • Albtraum und Wirklichkeit
  • Melancholie, Depression, Resignation, Verzweiflung, Todessehnsucht
  • Hysterie, Besessenheit, Wahnsinn
  • Verfall
  • Suizid
  • Tod

Schwarze Romantik: literarische Vertreter

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