Hettys blaues Café

Schwarzromantik und dunkles Leben

Selbstgespräche mit einem Du da #3

Selbstgespräche Du da

(c) Warner Brothers

» Gib niemals auf – das einzige was wir aufgeben sind Päckchen und Pakete. «

Sag mal Du da #3

Der Anfang vom Ende

»Du da, ich komme immer noch nicht mit unserem zweiten Treffen klar. Ich wollte es, ja, ich habe mich darauf gefreut, ja. Doch es sind für mich so viele Fragen offen, auf die ich nie eine Antwort bekommen werde oder?»

»Ahhh, Kopfkino fängt an. Was willst du wissen? Doch erhoffe dir nicht zu viele Antworten. Bin noch nicht in Laune heute.«

»Egal, ich muss es einfach aussprechen, ich ersticke sonst daran.«

»Du sprichst es doch schon seit Monaten aus, ohne eine Antwort zu finden. Denkst du, wenn du das zum hundertsten Mal durchknautscht kommt dir die erlösende Idee?«

»Vielleicht.«

»Nix vielleicht. Wo keine Antworten sind, kann es keine geben. Du hast mich studiert, also, such dir deine Antworten selber.«

»Ich möchte nicht meine Antworten wissen, ich möchte deine Antworten hören.«

»Hören auch noch, soweit ist es schon mit dir. Hihi Ist ja gut, fang schon an. Darf ich das Ganze mal abkürzen? Ich frage dich mal was.«

»Nein, darfst du nicht, du willst mir nur nicht zuhören.«

»Stimmt. Du wirst sowieso keine Ruhe geben, also bringen wir es hinter uns.«

Ich war leicht gereizt. Immer dieses ‘Wenn ich nicht will, will ich nicht’, wie ein bockiges Kind. Bin erwachsen. Pah wohl kaum. Von einem gestandenen Mann erwarte ich einfach mehr. Warum kann man mit dem Du-da nicht ernsthaft reden? Am Anfang war es ja schön, lockeres Geplänkel hin und her. Doch man möchte auch irgendwann mal einen richtigen Gesprächspartner. Wenn man schon ein gemeinsames Hobby hat, gemeinsame Interessen, dann möchte man auch darüber reden, sich austauschen, Fragen stellen und Antworten bekommen. Stelle ich Fragen, bekomme ich keine Antworten. Immer nur habe soviel Stress auf Arbeit, habe keine Zeit. Kann ich ja auch verstehen, doch dann redet man darüber, und nicht mit seiner Katze, Türen oder leeren Flaschen.

»Zurück zu unserem Treffen in X, ich werde damit nicht fertig. Frage eins, warum wolltest du dich unbedingt mit mir treffen? Warum hast du überhaupt den Kontakt gesucht? Ich dachte, es wären die gemeinsamen Interessen, dass wir auf einer Wellenlänge schwimmen. Gut, doch du hast nie für das alles, außer im Urlaub, Interesse gezeigt. Ich habe dir das Buch geschickt, du hast es nicht einmal ansatzweise gelesen, sagst du. Habe dich gefragt, ob ich es dir schicken darf. Dann sage doch nicht ja, wenn du nicht ja meinst.»

»Stopp! Ich kann mir so viele Fragen auf einmal nicht merken. Du hast ewig gebraucht es mir zu schicken. Als du dann endlich soweit warst, hatte ich halt andere Probleme. Es ist nicht ewig Urlaub.»

»Ist ja richtig, aber ein wenig Zeit wird doch mal da gewesen sein. Nur für ein oder zwei Geschichten. Es ging mir nicht darum, dass es wer liest. Ich wollte, Du liest es. Wir beide denken ganz anders. Was mir gefällt, muss Dir noch lange nicht gefallen. Lieber ist mir, du sagst es genau so, als gar nichts zu sagen. Du solltest mir auch nicht sagen, ob du es schön findest, das ist mir eigentlich egal. Nur ob es verständlich genug ist. So etwas können nur Leute beurteilen, die sich dafür interessieren.»

»Bin kein Fachleut, und interessiert mich vielleicht gar nicht.»

»Quatsch mit Soße. Du bist Fachleut genug.  Jeder hat seine Interessen, auch in seinem Beruf. Entscheidend ist das Ergebnis, nicht der Weg dahin. Ich schätze einfach deine Meinung, weil ich dich schätze. Warum hast du nicht gesagt, es interessiert dich nicht.»

»Alles nur Gerede von der Meinung. Wollte nett sein.»

»Ach so, nett, na danke. Deine schlechten Erfahrungen mit Menschen interessieren mich solange nicht, bis ich sie kenne. Ich weiß nicht, warum du dir ohne Ende irgendwelchen Unsinn einredest. Akzeptiere doch einfach, dass es Menschen gibt, denen du etwas bedeutest, die deine Gesellschaft wollen, weil ihnen deine Art gefällt. Ich habe es dir schon so oft gesagt. Ich mag wie du lachst, deine Art zu sprechen, deine bösen Seitenhiebe. Du hast für mich alles das, was eine gute Kameradschaft ausmacht.»

»Hirngespinste. Gebe nichts persönliches preis und will keines Menschen Freund sein. Freunde wollen immer was von einem.»

»Klar, Ehrlichkeit und Vertrauen.»

»Frage weiter, sonst sitzen wir noch stundenlang hier rum. Was wolltest du wissen? Habs schon wieder vergessen.»

»Ich mag nicht mehr. Bin müde und ärgere mich schon wieder über dich.»

»Na dann ärgere dich weiter. Man denkt sich.«

Blaues Gothic Café

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