Hettys blaues Café

Schwarzromantik und dunkles Leben

Vom Wesen der Freundschaft

Was bedeutet eigentlich Freundschaft? Das Wort Freundschaft wird gern allzu leichtfertig gebraucht. Worin besteht das Wesen der Freundschaft?

Der antike Denker Aristoteles betrachtet die ›Freundschaft‹ als eine notwendige Beiderseitigkeit. Wer sich in Freundschaft verbunden fühlt, der tut es in Gegenliebe. Kann auch die Liebe durchaus einseitig sein, Freundschaft kann es nie. Wer jemanden als Freund bezeichnet, der muss ihm herzliche Gefühle entgegen bringen, Wohlwollen und ihn um seinetwillen mögen. Freundschaft verzeiht, das geht jedoch nur, wenn man den anderen kennt, sehr gut kennt. Wer jemanden nur aus dem Nutzen den er bietet, oder aus Lust, zum Freund haben möchte, der sucht keine echte Freundschaft. Natürlich gibt es auch Freundschaften, die nur aus gegenseitigem Vorteil geschlossen werden. Hilfst du mir, helf ich dir. Es gibt auch Freundschaften, die nur dem Lustgewinn dienen, dies sind jedoch keine Freundschaften im Sinne dessen, was wir unter Freundschaft verstehen und suchen. Ihnen fehlen die rein menschlichen und wohlwollenden Beweggründe. Man kann auch sagen, sie nutzen sich ab und gehen vorbei. Ist das Motiv weg, ist auch die Freundschaft weg.

In Hinsicht auf unser gesamtes Leben ist Freundschaft notwendig. Ohne Freunde möchten manche leben, doch können sie es auch?  Ob arm oder reich, Freunde tun oftmals besonders not. Reichtum kann nicht ohne Freunde behütet und bewahrt werden. In der Armut und bei vielen anderen Missgeschicken, sind Freunde eine Zuflucht.

Freundschaft ist etwas Edles. Wer seinen Freunden ein guter Freud ist, wird geachtet und respektiert. Man muss nicht viele Freunde haben, doch es müssen echte Freunde sein. Aristoteles vertritt die Ansicht, dass man dem Freund das Gute wünschen soll um des Freundes willen. Wenn ein Mensch das Gute für den anderen wünscht, bezeichnet man es nur als Wohlwollen, wenn der andere das nicht ebenso erwidert. Nur wenn das Wohlwollen beiderseits ist, ist es letztlich auch Freundschaft. Liebe kann sich aus Freundschaft entwickeln, doch Liebe und Freundschaft sind nicht identisch.

Liebe hat meist auch einen erotischen Teil, den Freundschaft nicht braucht, und mitunter auch nicht verträgt. Liebe trägt eine gewisse Abhängigkeit mit sich, die Freundschaft nicht haben sollte. Freundschaft sollte immer auf die Persönlichkeit abstellen, den Charakter, die Menschlichkeit. Erotische Liebe geht darüber hinaus, auch platonische Liebe. Doch Liebe und Gegenliebe, Wertschätzung, sind die Basis jeder Freundschaft.

Jede Freundschaft hat ihren Wert, und beruht auf einem gewissen Grad von Wesensgleichheit, Seelenverwandtschaft. Darin grenzt sie sich ab von Kameradschaft.

Geben und nehmen

Eine ständige Überlegung bei Freundschaften ist geben und nehmen. Eine Freundschaft in der nur einer gibt und einer nimmt, ist keine Freundschaft. Es muss jedoch definiert werden in einer Freundschaft, was die Freunde darunter verstehen. Zwischen Eltern und Kindern wird es immer ein Ungleichgewicht geben. Kinder können den Eltern nie das zurück geben, was sie empfangen. Auch bei Ehepaaren, oder in Partnerschaften, gibt es ein Ungleichgewicht. In einer echten Freundschaft zwischen verschiedenen Menschen ist es eine Frage zwischen den Freunden und ihren Möglichkeiten. Freundschaft basiert auf den menschlichen Eigenschaften. Die freundschaftliche Liebe zwischen den Menschen fragt nicht. Wer seinen Freund liebt, fragt nicht, was bekomme ich dafür. Hat der Freund Probleme leitet die Herzensbildung. Wer seinen Freund liebt, der leidet mit ihm, der nimmt Teil an seinem Glück. Echte Freundschaft hält auch über Entfernungen. Man muss nicht beieinander sein, um ein freundschaftliches Band zu halten.

In einer Freundschaft gibt jeder Freund was er kann. Der eine hat Wasser, der andere hat Brot. Beides ergänzt sich. In einer echten Freundschaft fragt man nicht nach dem Gleichgewicht und erwartet auch kein Gleichgewicht. Freude soll überwiegen. Wer gibt, macht es aus Freude, wer nimmt, sollte diese Freude zurückgeben. Einem echten Freund tut das Herz weh, wenn der andere leidet, und er möchte das Leid mindern. Er erwartet nie den gleichen Wert zurück. Er erwartet, dass das was er gibt hilft. Da echte Freunde immer wissen worin der Wert ihrer Freundschaft liegt, ist der Ausgleich in der Regel da.

Freundschaft fragt auch nicht nach dem sozialen Status. Es ist egal, ob der Freund arm oder reich ist, die menschlichen Werte zählen. Wer der Meinung ist, in einer Freundschaft muss ein materielle Gleichgewicht herrschen, der hat den Wert von Freundschaft nicht verstanden. Freundschaft ist selbstlos, doch sie basiert auf Vertrauen und Ehrlichkeit. Wer die Freundschaft eines Menschen nicht annehmen möchte, sollte es sagen.

Wann wird eine Sache zur Freundschaft?

Das liegt im Ermessen der Menschen. Es dauert lange, um Vertrauen zu einem Menschen zu fassen. Der Vertrauenvorschuss muss sich mit dem Kennenlernen rechtfertigen.Vielfach möchte man einen Menschen zum Freund und erkennt im Laufe der Zeit, dass es eine falsche Entscheidung war. Freunde beweisen sich immer in der Not. Wer einen Menschen um seiner selbst willen liebt, der steht auch zu diesem Menschen, in jeder Situation. In einer Freundschaft gibt es keine Peinlichkeiten. Wer sich schämt, hat die Selbstlosigkeit von Freundschaft nicht verstanden.

Auch zu einer Freundschaft gehört Liebe, Menschenliebe, Gegenliebe. ›Ich hab dich lieb.‹, ist auch in einer Freundschaft die Sprache des Herzens. Es bedeutet Zuneigung, Wohlwollen, Gegenliebe, in den seltensten Fällen jedoch ›Ich liebe dich‹. Ich liebe dich – ist mehr als ein loses Versprechen. Ich habe dich lieb – ist eine typische Aussage in ehrlichen Freundschaften und sagt, ich bin für dich da, ich mag dich, ich brauch dich, du bist mir wichtig. Männliche Freunde neigen dazu, das gerne falsch zu interpretieren. Man kann einen Menschen liebhaben ohne ihn auch zu begehren.

Aber, wann ist es Freundschaft, wann wird es Liebe? Nicht mit jedem Mann/Frau mit dem man in einem Bett schläft, muss man auch sexuell zusammen sein. Sich in den Arm nehmen, zusammen einschlafen, Zärtlichkeiten austauschen sind nicht an erotische Liebe gebunden. Es gibt Menschen, Mann und Frau, die sich innig lieben, in Freundschaft verbunden sind und doch keinen sexuellen Kontakt haben wollen oder können. Ein echter Freund kann trösten, kann Wärme geben, kann die Seele heilen. Auch Freundschaft will Nähe.

Den Freund teilen

Da auch Freundschaft auf Liebe basiert, ist Eifersucht nicht auszuschließen. Mädchenfreundschaften sind ein sehr beredtes Beispiel. Wenn es 3 weibliche Wesen sind, fühlt sich meist eine überflüssig. Selten gehen Ungleichgewichte gut. Männer sind oft eifersüchtig auf die beste Freundin, umgedreht ebenso. Haben Mann und Frau eine Freundschaft, ist Eifersucht ebenfalls vorprogrammiert. Niemand möchte den Freund gerne teilen und sich als 3. Rad betrachten. Wer liebt möchte nicht teilen, doch gute Freunde sind wichtig für jeden Menschen. Echte Freunde sehen viel eher, wenn eine Liebe falsch läuft oder zu Ende geht. Sie warnen, helfen oder fangen auf.

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