Hettys blaues Café

Schwarzromantik und dunkles Leben

Wann ist man zu alt für die Liebe?

Wann ist man zu alt für die Liebe?

Wann ist man zu alt für die Liebe? Eine Frage die viele Frauen beschäftigt, die damit konfrontiert werden.

Die Gesellschaft verändert sich, auch in Punkto Liebe und Partnerschaft. Wurden noch einige Jahre zurück Beziehungen belächelt, in denen die Frau älter war als der Mann, gehören sie heute zum ganz normalen Gesellschaftsbild. Viele Frauen tun sich jedoch mit solchen Konstellationen schwer. Auch ich gehöre dazu, denn mir verursacht es extreme Probleme, wenn ich merke ein jüngerer Mann interessiert sich für mich. Vielleicht rührt diese Altersphobie daher, weil ich eine derartige Beziehung schon hatte, es waren fast 10 Jahre Altersunterschied. Haben es auch die Menschen um uns herum interessant gefunden, so kamen doch die größten Einwände seitens der “Schwiegereltern”. Überhaupt hatte ich Zeit meines Lebens immer Probleme mit Freunden, die kleiner und jünger waren.

Ich bin 50+, fühle mich weitaus jünger, sagen wir 40+. Habe ich einerseits auch kein Problem mit dem älter werden, das gibt Persönlichkeit 😉 , andererseits aber sehr wohl damit, mein Alter zu akzeptieren. Ein freundlicher Mensch sagte unlängst dazu Friedhofsgemüse. Ich konnte noch darüber lachen, aber tief in der Seele beginnt es weh zu tun.

Eine besondere Begegnung

Vor einigen Monaten kreuzte ein sehr sympathischer und, für mich, interessanter Mann Mitte 40 meinen Weg. Eigentlich gehörte er ganz und gar nicht in mein Beuteschema. Doch er hatte das Gewisse, etwas was ihn für mich besonders anziehend machte. Was es war, weiß ich bis heute nicht. Lange bevor ich den Mann sah, hörte ich seine Stimme. Diese Stimme ging mir durch und durch. Ich habe schon viele Menschen sprechen hören, doch diese Stimme hatte den Traumfaktor. Sie war hell, und doch männlich. Weich und doch kräftig. Ich stellte mir immer wieder den Mann zu dieser Stimme vor. Meine Vorstellung lag zu 100% daneben. Als ich ihn dann sah, war ich ein wenig enttäuscht. Er kam meiner Vorstellung so wenig nahe, wie die Birne dem Apfel. Andererseits war ich positiv überrascht. Er strahlte soviel Persönlichkeit aus, dass er meine Gedanken für einige Zeit beherrschte.

Kurze Zeit nach dieser ersten persönlichen Begegnung, suchte er den Kontakt zu mir. Ganz ehrlich, ich hatte gespürt, dass das so kommen würde. Am Anfang unserer Bekanntschaft machte es mir viel, viel Spaß. Es war locker, lustig, entspannt. Nachdem die Brücke gebaut war, “verlebten” wir gemeinsam wunderschöne Tage mit dem Handy. Wir tipperten uns Nachrichten, schrieben über seinen Tag, und Gott und die Welt. Irgendwann führten wir ein langes, langes Gespräch, das sehr schön und informativ war. Manchmal sind es eben nur die kleinen Dinge, die einen Menschen aus der Masse herausheben.

In den folgenden Wochen entwickelte sich eine ungezwungene, angenehme WhatsApp Freundschaft. Es war eigenartig. Er war mir so nah und vertraut, als würde ich ihn schon mein ganzes Leben kennen, und doch weit entfernt.

 

Das 1. Wiedersehen

Einige Wochen später trafen wir uns wieder. Er hatte auf sehr nette Weise darauf hin gearbeitet. Ich habe ihm signalisiert, dass es mich freuen würde, ihn wiederzusehen. Nach diesem Tag veränderte sich für mich plötzlich viel. Obwohl wir stundenlang Nachrichten schrieben, spürte ich in dem Moment als wir uns gegenüber standen, eine eigenartige Fremdheit und Unnahbarkeit seinerseits. Er hatte mich bereits aus der Entfernung mit undurchdringlicher Miene gemustert. Ich gäbe alles dafür zu wissen, was er gedacht hat.
Als wir voreinander standen, kam er mir ein Stück entgegen, als wollte er mich in den Arm nehmen, zuckte jedoch zurück. Die gleiche Situation hatte ich beim Abschied unserer ersten Begegnung erlebt. Diesmal scherte ich mich nicht um seine Unsicherheit und erwiederte die Geste.

In den ersten Minuten unserer Begegnung wehte mir eine derartige Kälte entgegen, dass mich innerlich fröstelte. Die Stunden vergingen wie im Flug. Anfangs redete er wie ein Wasserfall, dann beobachtete er mich ununterbrochen. Seine Blicke fixierten mich, und ich wich mehr als einmal diesem intensiven Blick aus. Ich wollte mich darauf nicht einlassen, es war mir unangenehm. Mehr als einmal umspielte ein feines Mona Lisa Lächeln seinen Mund.

Bis zu diesem Zeitpunkt schrieben wir uns schon mehrere Monate. Ich lernte einen sehr herzlichen, lieben, angenehmen Menschen kennen, den ich sehr mochte. Er verstand es wunderbar, diese Seite seiner Persönlichkeit in der Öffentlichkeit geheim zu halten.

 

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