Hettys schwarz-blaues Café

Schwarze Romantik & Dunkles Leben

Wann ist man zu alt für Liebe?

Wann ist man zu alt für Liebe?

Wann ist man zu alt für Liebe oder verliebt sein? Eine Frage die Frauen höheren Semesters beschäftigt, die damit konfrontiert werden.

Die Gesellschaft verändert sich, auch in Punkto Partnerschaft. Wurden noch einige Jahre zurück Beziehungen belächelt, in denen die Frau älter war als der Mann, gehören sie heute zum ganz normalen Gesellschaftsbild. Viele Frauen tun sich jedoch mit solchen Konstellationen schwer. Auch ich gehöre dazu, denn mir verursacht es extreme Probleme. Vielleicht rührt diese Altersphobie daher, weil ich eine derartige Beziehung schon hatte, es waren fast 10 Jahre Altersunterschied. Haben es auch die Menschen um uns herum interessant gefunden, so kamen doch die größten Einwände seitens der Altvorderen. Überhaupt hatte ich Zeit meines Lebens immer Probleme mit Freunden, die kleiner und jünger waren.

Ich fühle mich weitaus jünger als ich bin. Habe ich einerseits auch kein Problem mit dem älter werden, das gibt Persönlichkeit 😉 , andererseits aber sehr wohl damit, mein Alter zu akzeptieren. Ein freundlicher Mensch sagte unlängst Friedhofsgemüse zu mir. Noch konnte ich darüber lachen, aber tief in der Seele beginnt es weh zu tun.

Besondere Begegnungen

Vor einigen Monaten kreuzte ein sehr sympathischer, und für mich interessanter, Mann, gerade 50, meinen Weg. Er war sehr attraktiv, sehr von sich überzeugt. Er hatte das gewisse Etwas, was ihn für mich durchaus anziehend machte. Ich wusste anfangs nicht wie er aussah, doch anhand seines Geschreibsels stellte ich mir einen freundlichen Menschen vor, der gerne lachte und seinen Schabernack trieb. Wir begannen eine sehr nette Schreiberei. Im Zeitalter der modernen Kommunikation gibt es Unmengen Möglichkeiten miteinander Kontakt aufzunehmen, wir trafen in einem Chat aufeinander. Er war frech, sehr bemüht aufzufallen und meine Aufmerksamkeit zu erregen. In so einem Chat kann man ja jede Rolle spielen 🙂 Wenn er mir auch gefiel, so war ich doch vorsichtig, um nicht zu sagen misstrauisch und leicht abweisend. Ich machte seine Späße zwar mit, wurde er zu übermütig, zankte ich ihn aus. Allerdings bereue ich es aus heutiger Perspektive, seiner Einladung zu einem Treffen nicht näher getreten zu sein. Was mir nicht passte, waren die allzu unglaubhaften Worte hinsichtlich seiner Gefühle.

Die Medien stopfen uns voll mit Misstrauen hinsichtlich Internetbekanntschaften, was nicht immer gut, aber absolut richtig ist. Gerade ältere, sich einsam fühlende Frauen, neigen dazu, jeden Schmus zu glauben der ihnen suggeriert wird. Ihr Guten, fragt euch doch nur, warum sollte sich ein Mann 15-20 Jahre jünger um euch bemühen? All das blödsinnige Geschwafel wie “Ich glaube, ich muss mir mal ein ganzes Wochenende Zeit nehmen für dich.”, ist so ein Satz. Zur falschen Zeit gesprochen wirkt er geradezu grotesk. Ja Typ denk ich mir, du glaubst, ich nicht! Hört auf euren Bauch, sagt der nicht das Gleiche? Dann kommen Sätze wie: Das erzähle ich dir später einmal, das interessiert dich jetzt vielleicht nicht. Bitte, welches später? Möchte man das überhaupt generell? Dann kommen eventuell noch traurige Geschichten vom eigenen bedauernswerten Leben usw. Hat der junge Mann den Verdacht, die Frau ist finanziell gut gestellt, denkt er auch in erster Linie einmal an sich. Wie langweilig, doch diese manipulative Sache hat Methode. Man trifft sich, vermittelt das Gefühl sich wie verrückt zu interessieren, doch in Wahrheit geht es um ganz etwas anderes. Um was, das entscheidet die Umgebung in der man sich kennen lernt. Auch ältere Männer wickeln auf diese Weise gerne leichtgläubige Frauen ein.

Wer nicht wirklich innerlich autark ist, der fliegt auf solch ein Gelaber, und neigt dazu es zu glauben, was meist ein großer Fehler ist. Ob es jemand ernst meint, zeigen immer die Taten. Noch ist es so, wer wirklich einen Menschen haben möchte, der hält sich an die Regeln. Geht es nicht um Geld oder Sex, geht es um andere Dinge.

Sicherlich sind nicht alle Männer auf diesem Trip, aber sehr viele. Es soll auch jüngere Männer geben, die echtes Interesse an älteren Frauen haben. Hier zählt unter anderem das Bedürfnis, einen Menschen zu finden, an dem man wachsen kann. Mit dem man seine Probleme besprechen kann, auch beruflicher Natur, und Rat bekommt. Man kann ihn annehmen, muss es aber nicht.

Komm spiel mit mir

Zum Zeitpunkt unseres Kennenlernens hatte ich die alten Zeiten des Cybersex schon lange vergessen. Es war Ende der 1990er Jahre sehr modern und sehr gewöhnungsbedürftig. Vom Chat wechselte man zum Telefon und trieb seinen Spaß miteinander. Zwanzig Jahre später kamen die alten Erinnerungen zurück. Im Gegensatz zu damals, wo ich in dieser Sache doch sehr verklemmt und prüde war, machte es auf einmal Spaß.

In vielen Communitys drehen sich die diversesten Gespräche darum. Jüngere Frauen fühlen sich benutzt, ältere Frauen veralbert. Wie ich feststellen konnte, hat sich einerseits einiges verändert, andererseits nichts. Auch in diesem Bereich ist Vertrauen durchaus wichtig. Es geht nicht um das Vertrauen, einem anderen sein Leben offen zu legen, es geht um das Vertrauen, sich gewissen Themen zu öffnen. Man lernt einen Menschen kennen der einem zutiefst unmoralische Angebote macht. Jetzt ist es an einem selber, sich auf diese Angebote einzulassen oder nicht.

Mein neuer Bekannter war in unseren Gesprächen gar nicht mehr so aufdringlich wie im Chat, im Gegenteil, eher ruhig. Man konnte sich sehr gut unterhalten über die Dinge des Lebens. Doch irgendwann waren wir bei dem Thema aller Themen.

Das war nicht die einzige Bekanntschaft dieser Art bisher, es ist irgendwie, als gäbe es da Gesetzmäßigkeiten. Als ich in unserem “Friedhofsgemüse”- Garten das Thema ansprach, gab es auch die verschiedensten Reaktionen. Für mich war erstaunlich, wie mir doch alle zuredeten, mich mit diesen putzigen Typen zu treffen. Aus diesem Blickwinkel betrachte ich auch den seit Jahren boomenden Wachstumsmarkt Partnerbörsen. Verfolgt man das informative Internet, so bestätigen selbst die sich dort tummelnden Männer, dass es in den meisten Fällen gar nicht um irgendwelche ernsthaften Kontakte geht. Seit Jahrzehnten vertrete ich die Theorie, wer wirklich einen Menschen an seiner Seite sucht, der findet ihn nur im echten Leben. Und selbst da ist die Gefahr sehr groß, einfach nur menschlichen Müll zu begegnen. Nichts gegen meine Artgenossinnen, doch wie Frauen heute denken, findet man in vielen Foren, wie Männer denken auch. Es kommt immer auf das Alter an, doch zum großen Teil wird doch nur ein Versorger gesucht, der das Leben billig macht.

Ich habe noch nie allzu viel von all dem Zinnober gehalten. Meine netten Gemüsepflanzen, meist verwitwet oder geschieden, wollen einzig dem Alleinsein entfliehen. Muss man sich deshalb aber wirklich mit solchen Problemen belasten, die zwangsläufig entstehen? Nach mehr oder weniger kurzen Ausflügen in Beziehungsstress ziehe ich mir doch solche “unmoralischen” Angebote vor. Was vergibt man sich? Im Gegenteil, es beflügelt die Fantasie, und es macht auf eine gewisse Art viel zufriedener.

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