Hettys Gedankenwelten

Schwarze Romantik, dunkles Leben

Warum musst du dich immer bedanken?

Warum musst du dich immer bedanken?,wurde ich unlängst unwirsch gefragt. Eine Frage auf die ich spontan antwortete, weil ich es so gelernt habe. Dennoch ging mir die Frage nicht aus dem Sinn. Warum bedanken wir uns überhaupt? Im Alltag begegnen wir immer öfter Menschen, für die bedanken scheinbar gar nicht existiert. Leider haben auch viele Führungskräfte damit ein Problem. Um seinen Dank auszudrücken, ist das Wort ‘danke’ jedoch zweitrangig.

Von unseren Eltern, oder Erziehern, bekommen wir anerzogen, dass man sich für eine positive Handlung bedankt. Warum? Dank ist die Wertschätzung einer Leistung oder Handlung. Man honoriert damit die Aufmerksamkeit, die jemand einer anderen Person entgegenbringt. Allerdings gibt es genug Menschen, für die alles selbstverständlich ist. Der Chef fordert. Wozu soll er sich bedanken? Immerhin bezahlt er seine Mitarbeiter ja.

Emotionale Intelligenz

Dieses unscheinbare Wort zählt zur emotionalen Intelligenz, über die Menschen verfügen sollten. Im Berufsleben ist es so eine Art Klebstoff. Der Satz: “Danke Frau Dingens, das haben sie sehr gut gemacht”, ist für einen Mitarbeiter oft mehr wert als eine Prämie, denn der Aufwand der Leistung wurde damit anerkannt. Es gibt Mitarbeiter die brauchen mehr, andere weniger Pflege, doch Anerkennung für das was sie tun, brauchen alle. Ob die Leistung nun berauchend war oder nicht, ist zunächst egal. Jedem Lob darf die Kritik folgen, die dann auch angenommen wird.

Im privaten Bereich ist es nicht anders. Wer sich nicht bedanken kann, dem fehlen empathische Fähigkeiten. Empathie ist das Fundament zwischenmenschlicher Beziehungen. Als Beispiel soll das Schenken dienen. Menschen mit narzisstischen Eigenschaften nehmen alles was ihnen gutes widerfährt als selbstverständlich. Wer mir etwas schenkt, denken sie, ist selber schuld. Ich habe ja nicht darum gebeten, warum soll ich mich bedanken? Bei anderen Menschen ist es oft ein Mangel an emotionaler Intelligenz. Insbesondere ‘harte’ Männer meinen, sich zu bedanken sei unmännlich. Es ist nicht wichtig, wie man es ausdrückt. Wichtig ist, dass man es sagt bzw. reagiert.

Gerade narzisstisch veranlagte Menschen verstehen es wunderbar, jeden mit ihrer Wortwahl zu verletzen. Selbst ein Dank klingt bei ihnen wie eine Bestrafung. Da kommen dann Sätze wie: Ist ja nett gemeint, aber etwas mehr Mühe hättest du dir geben können. Oder: Du weißt doch, dass ich das nicht esse usw. Auf solche Kommentare kann man nur antworten mit dem Satz: Bis gestern warst du noch ganz heiß drauf. Es gibt Menschen die müssen verletzen, weil sie ihre eigenen Gefühle nicht steuern können.

Vom Schenken

Viele Menschen meinen, wenn sie etwas geschenkt bekommen, müssen sie wiederschenken. Sie denken, wenn sie danke sagen, dann gehen sie eine Art Vertrag ein. Kein Geschenk zwingt zum wiederschenken. Wer schenkt, der macht es freiwillig, die Motive sind egal. Wer etwas geschenkt bekommt, der sollte zunächst einmal für sich anerkennen, dass es eine Sympathiebezeugung ist. Geschenke selber können Dank sein. Damit ist eine andere Handlung ausgeglichen. Geschenke können ganz selbstlos sein, einfach nur, jemandem etwas Gutes tun. Es kommt eben auf die emotionale Intelligenz des Beschenkten an, die Geste richtig zu werten. Die Phrase: Das war aber nicht nötig, ist selber unnötig, denn wäre es nicht nötig für den der schenkt, hätte er es nicht gemacht. Ebenso unbedacht ist, das musst du aber nicht. Nein, muss man nicht, doch man will es.

Besinnen wir uns also auf unsere anerzogenen Werte, und gehen in uns.

 

 

 

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